iHOP: Text-Mining-Tool für PubMed-Artikel

iHOP (Information Hyperlinked over Proteins) ist eine faszinierende neue Anwendung, um PubMed-Artikel systematisch zu analysieren und strukturieren (Nature Genetics 36, 664, 01 Jul 2004). Im Unterschied zu ähnlichen Bemühungen (Vivisimo’s ClusterMed, Hubmed) werden allerdings nicht bilbiographische Angaben (MESH, Autor, Adresse, Datum) verwendet, um Artikel zu „clustern“, sondern Gene and Proteine. Diese dienen als Hyperlinks nicht nur zwischen den Artikeln, sondern auch zwischen den einzelnen Sätzen des Abstracts. Pressemeldung von EMBO. Gesehen in Open Access News

Springer und Kluwer mit neuem Publikationsmodell „Open Choice“

Klingt gut: Demnächst kann man auch bei Springer (und Kluwer) Artikel einreichen, die anschliessend der Öffentlichkeit frei zur Verfügung stehen. Die Höhe der zu zahlenden Author Fee wird im Pressebericht auch mutig genannt: Geschmeidige 3.000 Dollar – Aber dafür bekommt man ja auch – anders als beim Open Access Publisher um die Ecke – verlegerische Qualität und Service. Der Preis verwundert einen nicht, zeichnet doch Derk Hank, der ehemalige CEO von Elsevier, für das neue Geschäftsmodell verantwortlich. Zuerst gesehen in medibib-l P.S.: (Eher nebenher wurde erwähnt, dass die Wissenschaftsverlage Springer und Kluwer Academic Publishers ab dem 1.7. unter der gemeinsamen Marke „Springer“ auftreten.)

Scopus versus Web of Science

scopus
Hatte gerade mal die Gelegenheit, die sagenumwobene neue Zitationsdatenbank SCOPUS von Elsevier zu testen – ganz bescheiden World’s Largest Database of Abstracts and Cited References genannt. Largest? Scopus will offer cross-discipline access to more than 27 million abstracts and citations, stretching back to 1966, including cited references from 1996 onwards. Ach ja: Wenn 27 Mio. mehr ist als 33,7 Mio. (WOS) dann hat Elsevier Recht. Mit einer Abdeckung von über 14.000 Zeitschriften hatte ich mir einige zusätzliche Treffer im Vergleich zu Web of Science vorgestellt – jedoch, es kam ganz anders. Bei einer – egoistischen – Suche nach dem Autor „obst o“ fand ich in Scopus gerade mal 7 Treffer, im WOS dagegen 15. Doch was mich wirklich überraschte, war die geringe Anzahl an gemeinsamen Treffern (3) und die große Zahl von jeweils unique citations (4 vs. 12) – eine Marktaufteilung?? Die Überlegenheit von WOS beruht natürlich auf der größeren zeitlichen Abdeckung. Scopus startet bei den Quellartikeln mit Jahrgang 1996. Sucht man im WOS auch erst ab 1996, dann führt es nur noch 5:4. Einer dieser Artikel wies laut Scopus 19 Zitationen auf, laut WOS nur 18. 15 der Zitate waren identisch, d.h. 3 bzw. 4 nur in der jeweiligen Datenbank zu finden. Ich sehe schon die Forscher aufmarschieren und vehement für den Kauf von Scopus demonstrieren, weil ihnen Zitierungen durch die Lappen gehen. Ein Kollege gleichen Namens mit Ausrichtung „Künstliche Intelligenz“ wurde von Scopus allerdings deutlich öfter gefunden (9 vs. 5) als von WOS.
Das Interessanteste (und Vorhersehbarste) bei der neuen ISI-Konkurrenz dürfte jedoch die Preisgestaltung sein, denn welche Uni kann sich schon zwei dieser Hammer-Datenbanken leisten? Aber noch interessanter ist :-), ob Scopus demnächst auch Impact Faktoren herausgibt!

Nachschlag 9.7.: Scopus ist noch nicht vollständig. Wie Elsevier mitteilte, sind momentan nur die Jahrgänge 1999-2004 komplett eingespielt, 1996-1998 erst teilweise. Scopus wird im Oktober 2004 volständig sein, wenn es auf den Markt kommt.

Hochschulranking mit sehr guten Noten für Medizinbibliotheken

Das Centrum für Hochschulentwicklung hat wieder einmal zugeschlagen: Nach dem allgemeinen Medizin-Hochschulranking im April 2003 aus Sicht der Studierenden wurde am 27.6. die erste bundesweite Absolventenbefragung im Fach Humanmedizin vorgelegt. Da die April-Studie wegen der angeblich unzuverlässigen Studentenurteile kritisiert worden war, wiesen nun die Autoren der 2. Studie mit Genugtuung daraufhin, dass die Übereinstimmung in den Bewertungen von Studierenden und Absolventen mit Berufserfahrung außerordentlich groß war. Für Medizinbibliotheken erfreulich: In der Bewertung „verschiedener Aspekte des Studiums“ (Befragung, Abb. 9, Seite 14) schnitten sie mit durchschnittlich 2,5 hinter ‚Zugang zu Praktika‘ und ‚Organisation von Prüfungen‘ am drittbesten ab. Die Ausstattung der Bibliothek wurde in folgenden Unistädten überdurchschnittlich gut bewertet: Aachen, Düsseldorf, Freiburg, Hannover, Heidelberg, Mannheim, Jena, Köln, Magdeburg, LMU München, Münster, Tübingen und Ulm – Herzlichen Glückwunsch! Wer’s genau wissen will: S.50 im Anhang. (P.S.: Münsteraner Absolventen verdienen am meisten ;-))