EAHIL-Mitgliedschaft ab 2006 kostenlos

Wie der deutsche EAHIL-Vertreter, das Council-Mitglied Dr. Friedhelm Rump, in medibib-l erklärte, wird die EAHIL-Mitgliedschaft ab 2006 kostenlos sein. Die jährliche Mitgliedsgebühr in Höhe von € 50.- wird dann wegfallen. Als Mitglied bekommt man die EAHIL Newsletter (Namensänderung steht kurz bevor) kostenlos zugeschickt.
Wie wird man Mitglied? Entweder nimmt man an einer EAHIL-Tagung teil oder man sucht zwei Mitglieder, die den eigenen Mitgliedsantrag unterschreiben. Letzteres, an GMail und Herrenclubs erinnernde Ritual soll gewährleisten, dass das neue Mitglied ein Health Information Professional ist und kein „14-jähriger Internetnutzer, der sich nur einen Spaß erlaubt.“ (so die Befürchtungen des EAHIL Boards)

Symposium on Open Access to Knowledge and Scholarly Communication

Aus EAHIL-L (subscription required): The University of Zurich and the Swiss Academy of Medical Sciences are pleased to announce the date and program for the Symposium on Open Access to Knowledge and Scholarly Communication Zurich, October 15, 2004. The main objective of the forthcoming symposium will be to familiarize the Swiss educational and scientific community with the idea of open access publishing and to promote an informed discussion. The program seeks to address a number of aspects of open access, including research impact, peer review, self archiving, technical aspects, legal implications, effect on libraries and the publisher’s point of view. For details and registration please visit: http://www.oai.unizh.ch/

Please note: FOR THOSE WISHING TO ATTEND REGISTRATION IS NECESSARY. For the Organzing Committee, Ingeborg Zimmermann

Mannheim 2: Nature-Preise explodieren

Wie Herr Kämper auf der Jahrestagung der AGMB berichtete, „Das GASCO Nature & Science Konsortium – Erfahrungsbericht und Bilanz nach 3 Jahren“, hat die Nature Publishing Group (NPG) ihr Preismodell komplett auf FTE-basierte Lizenzen umgestellt. Dies führe zu Preisaufschlägen für die 2005er Abos von – je nach Institution – 40-80%. Die durch GASCO in zähen Verhandlungen erzielten Rabatte von 28-33% würden so zunichte gemacht, der Wert des Konsortiums in Frage gestellt. Konsortien wären zweischneidige Schwerter, einmal etabliert, könnte Nature nun „den Sack zumachen“. Die Expansionspolitik der NPG (EMBO journal, zahlreiche neue „must-have“ Titel wie z.B. die Nature Clinical Series) würde die Preisschraube weiterhin überproportional anziehen. Angesichts flacher Bibliotheksetats konkurrieren anscheinend die Verlage zunehmend aggressiver um das im System vorhandene Geld.

Mannheim 1: subito und Verleger

Die Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Medizinisches Bibliothekswesen (AGMB) findet dieses Jahr vom 27.-29. Sept. in der Bibliothek der Fakultät für Klinische Medizin Mannheim der Universität Heidelberg statt. Der Dienstag startete mit den üblichen Gruß- und Einführungsworten der AGMB-Vorsitzenden, des Dekans und der Leiterin der gastgebenden Bibliothek. Spannend versprach es jedoch nach der Pause zu werden. Zwei Vorträge über die subito/Urheberrechtproblematik waren angekündigt. Wer sich jedoch von Dr. Traute Braun-Gorgon in ihrem Vortrag „Subito – Dokumente aus Bibliotheken“ Erhellendes zur derzeitigen Rechtslage versprochen hatte, sah sich enttäuscht. Aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen referierte Frau Braun-Gordon 35 Minuten lang über die Dienstleistung subito, als wenn ihre Zuhörer Ärzte oder sonstige unbedarfte Endnutzer wären. Was mich zudem sehr irritierte, war, dass sie von subito ständig in der Vergangenheit sprach. „Es war eine gute Sache. Die Idee war gut, usw.“ Mir kam es so vor als ob ein Haus brennen würde und der Eigentümer erzählt dem entsetzten Reporter etwas von der geglückten Einweihungsparty. Der folgende Vortrag entschädigte aber auf das Angenehmste. Dr. Harald Müller, Musterprozesse um Kopienversand – Anfang vom Ende der freien Informationsversorgung?, nahm kein Blatt vor den Mund, als er die Strategie der Verleger aufzeigte, den Kopienversand und Leihverkehr in Deutschland – so wörtlich – platt zu machen: „Die spinnen ja, gell.“ Als besonders perfiden und taktisch geschickten Schachzug bezeichnete er die Beschwerde der STM-Verlage bei der EU-Kommission gegen die BRD. Aufgrund der langsamen Umsetzung von EU-Recht in deutsches Recht ist die Bundesregierung ein gebranntes Kind und fürchtet ein Vertragsverletzungverfahren der EU wie der Teufel das Weihwasser. Zusammenhänge mit dem darauf folgenden „Einknicken“ der Justizministerium Frau Zypries (zwei Wochen nach dem Besuch des Elsevier-CEO) lägen auf der Hand. Er prophezeite, dass „die Verlage die Informationsversorgung als Monopolisten in die eigenen Hände nehmen werden.“ Na denn Prost Mahlzeit! Er gab allerdings zu bedenken, dass sich dieses profitorientierte Verlagsdenken am Ende aber überheben (33 € pro Artikel!) und letztendlich genau das Gegenteil bewirken könnte: Durch das Absahnen der Verlage seien die Wissenschaftler und Regierungskommissionen aufgewacht. Der daraufhin erstarkte Open Access Gedanken könne insbesondere kleinere Verlage in ihrer Existenz bedrohen.

Ein schnelles Ende der freien Informationsversorgung sei aber nicht wahrscheinlich, da erfahrungsgemäß die von Verlagsseite angestrengten Klagen Prozeße in einer Dauer von bis zu 5 Jahren nach sich ziehen würden. Bis dahin (d.h. bis zum ev. Ende der Fernleihe) bezahlen die Bibliotheken aber weiter brav ihre Abos und schliessen Verträge mit den Plattmachern … 🙁

medinfo entdeckt von Blog-Spammern

Oh weh, oh weh, wie habe ich nur glauben können, dass dieser Kelch an medinfo vorübergehen würde?! Spam-Mails in der medibib-l-Liste kenne (und lösche) ich ja schon seit 10 Jahren, aber dass es Spammer auch auf Weblog-Kommentare abgesehen haben? Alleine 30 in den letzten beiden Tagen! Saupreiß, damische!!