Springer schränkt Online-Zugang ein

Wie uns EBSCO heute mitteilte, gewährt der Springer Verlag ab 2005 in der Bezugsvariante Print inkl. Free online nur noch Zugriff für den laufenden Jahrgang 2005. Dies gilt auch für Kluwer (hat tatsächlich noch eine Website, aber Journals nur noch bis zum 3.1.2005). Irgendwie kommt mir das Modell doch bekannt vor – erinnert das nicht an Elsevier’s Web-Editions? Ist ja schon fast langweilig, wie Springer Elsevier alles nachmacht. Alle Backfiles bis einschliesslich Jahrgang 1997 kosten einen Aufschlag von 20% auf den Print inkl. Free online Preis. Hier verlangt Elsevier 25% und bietet nur 5 Jahre rückwärts an. Auf der Springer Website Für Bibliothekare / Online-Zugang für institutionelle Nutzer ist zu den Konditionsänderungen nichts zu finden.

WIPO nun stärker für Open Access ?

Wie berichtet, wurden auf der kürzlichen Vollversammlung der WIPO zwei Proposals über die zukünftige Strategie eingereicht. Das Resultat scheint nun ein stärkeres Eintreten für Belange der Entwicklungsländer und ein Aufweichen in bestimmten Fällen von zu striktem Patentschutz (und Copyright?) zu sein. [Weitere Details via Open Access News]

Cochrane Colloquium Ottawa (2)

Bekanntlich ist der Treffer, der bei Google ganz oben steht, nicht immer der Beste. Das Ranking gibt nicht unbedingt Aufschluss ueber die Qualitaet der Information (s.a. medinfo). Im Workshop Judging the scientific quality or accuracy of medical, nursing and consumer web sites wurden einige EbM-Websites vorgestellt, die folgende Kriterien erfuellen sollten:

    Aims, mission statement
    Bibliographic references
    Additional sources of support
    Authorship (evtl. mit Foto)
    Date of updating (copyright date reicht nicht)
    Sponsorship and advertising (viele Seiten haben das nicht)
    Conflicts of interest (fehlt bei vielen websites)
    HONcode (haben nur wenige)

Fazit: Es war keine perfekte Webseite dabei, die alle Kriterien erfuellt.

Cochrane Colloquium Ottawa

Derzeit (v. 2.-6.10.) findet in Ottawa das 12. Cochrane Colloquium statt. Ich moechte hier im Weblog ueber die Vortraege und Posters berichten, die sich mit Information Retrieval befassen. Die Abstracts bzw. Powerpoint-Folien sollen demnaechst auf der Colloquiums Website zur Verfuegung stehen. Es gibt zahlreiche Poster zu den „besten“ Suchstrategien und Suchfiltern fuer eine umfassende Suche zur Erstellung systematischer Reviews. Auch der Frage, welchen zusaetzlichen Nutzen EMBASE im Vergleich zu MEDLINE bringt, wird in etlichen Beitraegen nachgegangen (Bericht hierzu folgt). Es ist schwer, sich festzulegen. Weitere Forschung ist noetig. Be(un)ruhigend, dass die eigenen Zweifel bestaetigt werden. Zwei Oral Presentations von heute:

  • 1. Literature searching for systematic reviews and health technology assessments (HTAs): can one rule fit all?. Presenter: Julie Glanville
  • Antwort: Nein, die Entscheidungen, wie man sucht und welche Datenbanken man waehlt, bleiben komplex, abhaengig vom Thema, vom Studiendesign, von Indexing Practices u.a. Frage eines Teilnehmers: „When enough is enough? Are we too cautious?“ Die Retrieval-Fachleute versuchen durchaus, die sensitiven Strategien zu vereinfachen und herauszufinden, ob weniger Aufwand genuegt. Es soll ja keiner behaupten koennen, dass die Librarians alles unnoetig zu komplizieren versuchen.

  • 2. Should diagnostic search filters be used in systematic reviews? Presenter: Mariska Leeflang
  • Verschiedene publizierte Suchfilter zum Auffinden von Diagnosestudien wurden getestet und verglichen. Kein Filter war im Hinblick auf Precision und Recall gut genug, um empfohlen werden zu koennen, auch nicht der Clinical Queries Filter von PubMed. Ausserdem ist die PubMed-Umsetzung des mit Ovid entwickelten Filters (BMJ 2004) nicht identisch (s. response). Fazit: auf Diagnosefilter bei sensitiver Suche verzichten.