Geheimprojekt „Bib-Hub“ … mit dem neuen Urheberrecht zum Leuchtturmwettbewerb?

[Achtung Disclaimer: Die nachfolgenden Überlegungen können realitätsfremd und provokant wirken – bitte bei bekannten Empfindlichkeiten in diese Richtung nicht weiterlesen!]

Dank neuem Urheberrecht dürfen Bibliotheken ja (wieder) Kopien digital verschicken („Auf Einzelbestellung an Nutzer zu nicht kommerziellen Zwecken übermitteln […]“ §60e(5)) und das auch, wenn diese Artikel aus lizenzierten Onlinezugängen zu Verlagsangeboten stammen … und unabhängig von den Bestimmungen in den Lizenzverträgen. So entnehme ich das jedenfalls dem Rechtsdokument des deutschen Bibliotheksverbands:

Soweit mein technisches Verständnis reicht, ist ja eine Funktion von (illegalen) Diensten wie Sci-Hub, mithilfe von (wie auch immer erworbenen) Zugangsdaten zu Universitätsnetzen auf Anfrage gewünschte Artikel dort herunterzuladen und dem/der Anfragenden zur Verfügung zu stellen. Wo ist denn hier der Unterschied? Natürlich gilt dieses Urheberrecht nur für Deutschland und die Sache mit den Zugangsdaten ist auch nicht sauber – und die „nicht kommerziellen Zwecke“ fragt Sci-Hub ebenfalls nicht ab … aber das scheint mir überwindbar.

Daher nun meine Idee: Warum nicht ein Portal („Bib-Hub“) entwickeln, dass für Nutzer/innen genauso einfach funktioniert wie Sci-Hub? Und intern die Artikel aus den Online-Zugängen der beteiligten deutschen Bibliotheken weiterleitet – ohne Zugangsdaten und mit einem ordentlichen Häkchen für die Bestätigung des nicht kommerziellen Zwecks. Legales Gratis-Selbstbedienungs-Subito sozusagen – und endlich eine Waffe im Kampf gegen die Abwanderung der Nutzer/innen auf russische Server.

Liebe Hacker und Digital Natives, Ihr findet das eine gute Idee? Dann schnell heute Nacht programmieren, noch bis 31.03. zum Leuchtturmwettbewerb der AGMB einreichen und bis zu € 1000,- verdienen! Meine Unterstützung in der Jury ist euch gewiss 😉

Liebe Kolleg/innen, Ihr findet das keine gute Idee? Dann bitte und danke ich für Argumente, die meinen Horizont in diesem Bereich erweitern (und den der anderen Mitleser/innen hoffentlich auch).

Ein Argument gleich vorneweg: der Vergütungsanspruch. Soweit ich das mit bescheidenen Kenntnissen der Materie interpretiere, hat der Urheber für diese „Vervielfältigungen“ einen Vergütungsanspruch („[…] hat der Urheber des Werkes gegen den Hersteller von Geräten und von Speichermedien, deren Typ allein oder in Verbindung mit anderen Geräten, Speichermedien oder Zubehör zur Vornahme solcher Vervielfältigungen benutzt wird, Anspruch auf Zahlung einer angemessenen Vergütung.“ (§54(1)). Auch im weiteren ist immer nur vom Hersteller von Geräten bzw. auch Händlern und Importeuren die Rede … das ist ja dann eigentlich nicht unser Problem, oder?

Herzliche Grüße,

Christian Vogel / Krankenhausbibliothekar / Linz (sicherheitshalber im Ausland)

Strategieplan der NLM 2017-2027

Der Verwaltungsrat der „National Library of Medicine“ hat einen Strategieplan für 2017-2027 veröffentlicht, in dem die Ziele und zukünftige Aufgaben der NLM beschrieben werden.

„A Platform for Biomedical Discovery and Data-Powered Health“ : National Library of Medicine,  Strategic Plan 2017–2027
Report of the NLM Board of Regents

https://www.nlm.nih.gov/pubs/plan/lrp17/NLM_StrategicReport2017_2027.html

Ref Hunter: Manual zur Literaturrecherche in Fachdatenbanken

Über die Liste [Medbib-l] wurde auf das neue „RefHunter : Manual zur Literaturrecherche in Fachdatenbanken“ von Thomas Nordhausen und Julian Hirt hingewiesen, dass ich gerne an Medinfo weiterleite.

Kostenloser Download unter https://refhunter.eu/files/2018/02/RefHunter_Version_1.0.pdf

Informationen über das Projekt „RefHunter“ und den Autoren https://refhunter.eu/

 

Call for Papers für die AGMB-Jahrestagung 2018 in Oldenburg!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

die Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Medizinisches Bibliothekswesen e. V. findet in diesem Jahr von Montag, dem 10.09. bis Mittwoch, dem 12.09.2018 im Bibliotheks- und Informationssystem der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg statt.

 

Sie steht unter dem Motto “ Medizinbibliotheken: offen und innovativ aus Tradition“ und soll Vorträge, Treffpunkte und Poster zu folgenden Themenschwerpunkten beinhalten:

 

–              (Inter)nationale Kooperationen im bibliothekarischen Kontext

–              Technische Entwicklungen für Bibliotheksdienstleistungen

–              Herausforderungen in Aus- und Weiterbildung

–              Strategien der Serviceentwicklung und Qualitätssicherung

–              Neues zum Urheberrecht

 

Alle sind herzlich eingeladen, Beiträge zu diesen Schwerpunkten, aber auch gern zu anderen interessanten Themen einzureichen:

 

Vorträge (20 Minuten und 10 Minuten Diskussion)

Am Dienstag- und Mittwochvormittag bieten wir Ihnen die Möglichkeit, in 20 Minuten ein Thema Ihrer Wahl aus oben genannten Themenbereichen vorzustellen und anschließend in 10 Minuten mit dem Plenum zu diskutieren.

 

5+5-Minuten-Kurzvorträge (5 Minuten Vortrag, 5 Minuten Diskussion)

Am Dienstagnachmittag können Sie in 5 Minuten auf max. 5 Folien Ideen, innovative Ansätze und Projekte vorstellen, ohne das Thema zum umfangreichen Vortrag auszubauen. Anschließend haben Sie 5 Minuten Zeit, um Fragen aus dem Plenum zu beantworten.

 

Poster „aus der Praxis für die Praxis“

In der Postersession am Dienstagvormittag können Sie Projekte, Studienarbeiten oder sonstige interessante Ansätze Ihrer Einrichtung vorstellen. Die besten Poster werden in der Abschlussveranstaltung am Mittwoch prämiert. Für Format und Gestaltung der Poster gibt es keine Vorgaben.

 

„Treffpunkte“ AGMB

In kleiner Runde am Dienstagnachmittag haben Sie die Gelegenheit, in ca. 45 Minuten mit Kolleginnen und Kollegen gemeinsam ein Thema, das Sie aktuell bewegt, zu diskutieren und Ihre Erfahrungen dazu auszutauschen. Diese Treffpunkte werden durch Sie und Ihre aktive Beteiligung gestaltet und verzichten daher auf Präsentationen und Vorträge. Schlagen Sie ein Thema vor und/oder werden Sie Moderator. Der Vorstand kümmert sich auch gern um die Moderation.

 

Unsere Tagung lebt vom aktiven Engagement möglichst vieler. Deshalb freuen wir uns auf Ihre aktive Teilnahme und zahlreiche Meldungen von Ihnen!

 

Bitte senden Sie Ihre Vorschläge bis zum 30.04.2018 an die Vorsitzende der AGMB Dr. Iris Reimann, E-Mail: reimann@ub.rwth-aachen.de

 

Im Auftrag für den AGMB-Vorstand

Katrin Wibker / Dagmar Härter

Schriftführerin AGMB e.V. / 1.Stellvertretende Vorsitzende AGMB e.V.

Universitätsbibliothek Duisburg-Essen / SUB Göttingen, Bereichsbibliothek Medizin

 

https://www.agmb.de/de_DE/2018-oldenburg-startseite

Jahrestagung 2018 in Oldenburg

Die Zukunft der Wissenschaftlichen Bibliotheken

Wissenschaftliche Bibliotheken und ihre Zukunft – ein Thema, über das sich viele Kolleginnen und Kollegen immer wieder Gedanken machen, denn die Arbeitswelt verändert sich rasant.

Das Positionspapier der Sektion 4 im Deutschen Bibliotheksverband e.V., an dem auch ZB MED-Interimsdirektor Dr. Dietrich Nelle mitarbeitete, gibt eine Prognose bis 2025:

https://www.zbmed.de/ueber-uns/presse/neuigkeiten-aus-zb-med/artikel/wie-sieht-die-wissenschaftliche-bibliothek-2025-aus/

Dagmar Härter / AGMB