Basler Medizinstudierende werden „medical information professionals“: med.info.pro als Blended-Learning-Lerneinheit zur medizinischen Informationsrecherche

Michael WILDE und Monika WECHSLER: Basler Medizinstudierende werden „medical information professionals“: med.info.pro als Blended-Learning-Lerneinheit zur medizinischen Informationsrecherche

Zusammenfassung: Das Konzept der neuen Lerneinheit mit dem Namen med.info.pro wurde gemeinsam von der Medizinischen Fakultät sowie der Universitätsbibliothek Medizin der Universität Basel entwickelt. Durch Interviews mit Ärzten und Wissenschaftlern ermittelten wir im Vorfeld Lücken in unserem bestehenden Schulungsangebot. Auch bei der Durchführung arbeiteten ein Arzt und eine Informationsspezialistin Hand in Hand. Über die enge Verzahnung zwischen Bibliothek, Fakultät und Fachleuten sollten möglichst praxis- und kundenorientierte Inhalte gewährleistet werden.
Während unsere bisherigen Schulungen für Medizinstudierende reine Präsenzveranstaltungen waren, bei denen grosser Wert auf Interaktivität und Übungen gelegt wurde, setzten wir beim neuen Angebot auf ein Blended-Learning-Format, also die Kombination von Präsenz- und elektronischem Teil. Einerseits stellt dieses Format eine nachhaltige Lernform dar, andererseits hat der elektronische Teil den Vorteil, dass er dem Zeitbedarf der Nutzer entgegenkommt und von einem erweiterten Teilnehmerkreis nachgenutzt werden kann.
med.info.pro besteht aus der elektronischen Komponente Webinar, die die Kursinhalte vermittelt, sowie einer Präsenzveranstaltung für die Leistungskontrolle. Letztere nannten wir „Searchaton“, was den spielerischen Charakter der Veranstaltung hervorheben soll. Das im Webinar Gelernte wird in einem Wettbewerb – unter Zeitdruck und und von einer Jury bewertet – umgesetzt.

Schlüsselwörter: Informationskompetenz, PubMed, Recherchetechnik, Medizinstudium, Blended Learning, Webinar, medizinische Fallvignette, Standards, Lernziele

APC-Verwaltung im institutionellen Repositorium

Alexander WAGNER: APC-Verwaltung im institutionellen Repositorium

Zusammenfassung: Die Verwaltung von Publikationsgebühren stellt viele Hochschulen und Forschungseinrichtungen vor große Herausforderungen. Durch die deutliche Zunahme von Publikationen, die im Bereich Gold Open Access über Article Processing Charges finanziert werden, besteht die Notwendigkeit eines Systems, um diese zu organisieren. Neben der reinen Verwaltung der Gebühren sollte ein weiteres Ziel in der Erhöhung der Sichtbarkeit sowohl der Publikationen als auch der Forschung an den eigenen Einrichtungen bestehen. Es ist daher naheliegend, dass insbesondere die Publikationen, für die größtenteils nicht unbeträchtliche Mittel aufgewendet werden, auch an der Institution selbst nachgewiesen und zugänglich gemacht werden. Letzteres geschieht in der Regel über das institutionelle Repositorium. In einigen Fällen (wie z.B. bei den JOIN²-Projektpartnern) stellen diese Repositorien gleichzeitig die für das Berichtswesen maßgebliche Publikationsdatenbank oder Hochschulbibliografie dar. Da diese Systeme bereits bibliografische Daten auf Artikelebene präzise abbilden, liegt es nahe, auch die Gebührenzahlungen direkt dort aufzunehmen. Dies erspart Doppelerfassungen, verhindert Inkonsistenzen und verbessert die Vollständigkeit. Gleichzeitig ermöglicht der Einsatz von Repositoriumssoftware die Nachnutzung der Daten über standardisierte Schnittstellen. So können via OAI-PMH Publikationsgebühren offen bereitgestellt und beispielsweise von OpenAPC automatisiert und stets aktuell geharvestet werden, was zu einer Verbesserung der Markttransparenz beiträgt. Zu diesen Schlüssen kamen etwa zeitgleich die Universitätsbibliothek Regensburg und das JOIN²-Projekt. Wir stellen die jeweiligen Lösungen basierend auf EPrints in Regensburg und INVENIO für JOIN² vor und beschreiben die automatisierte Datenlieferung an OpenAPC.
Schlüsselwörter: APC-Verwaltung, institutionelles Repositorium

Der Kerndatensatz Forschung: Aufbau, Anwendung und die Rolle der Bibliothek (GMS MBI 2018/3)

Christoph Thiedig: Der Kerndatensatz Forschung: Aufbau, Anwendung und die Rolle der Bibliothek

Zusammenfassung: Mit den Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Spezifikation und Einführung eines „Kerndatensatz Forschung“ ist ein Prozess der Standardisierung von Forschungsinformationen im deutschen Wissenschaftssystem angestoßen worden. Der Beitrag gibt eine Einführung in den Kerndatensatz Forschung, geht auf den Entwicklungsprozess des Standards und seinen Hintergrund ein, beschreibt überblicksartig Struktur und Inhalte der Spezifikation und betrachtet vertiefend die Inhalte und Erfassungsanforderungen des Kerndatensatz-Bereichs „Publikationen“. Weiterhin widmet sich der Artikel dem derzeitigen Prozess der Implementierung des Kerndatensatz Forschung und beschreibt in diesem Zusammenhang Aufgaben und Unterstützungsangebote des Helpdesks. Abschließend thematisiert er die Rolle bibliothekarischer Expertise für die Umsetzung und Weiterentwicklung des Standards im Kontext aktueller Entwicklungen in der deutschen Forschungsinformationslandschaft.
Schlüsselwörter: Kerndatensatz Forschung, Standard, Forschungsinformationen, Forschungsinformationssysteme, Informationsinfrastruktur, Forschungsberichterstattung, Helpdesk

Ein neuer Ansatz zur Integration von Verfügbarkeitsinformationen in Suchportale und Discovery Services (GMS MBI 2018/3)

Christoph POLEY: Ein neuer Ansatz zur Integration von Verfügbarkeitsinformationen in Suchportale und Discovery Services

Zusammenfassung: Die Kooperationspartner Universitätsbibliothek (UB) Regensburg und ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften haben gemeinsam einen Dienst entwickelt, mit dem es möglich ist, die freie Verfügbarkeit von mehreren Millionen Zeitschriftenartikeln und Zeitschriften vollautomatisiert zu ermitteln. Für dieses Projekt wurden die Kooperationspartner 2018 mit dem 2. Platz im Wettbewerb „Leuchtturmprojekte an Medizinbibliotheken“ ausgezeichnet.
Schlüsselwörter: LIVIVO, EZB, ZB MED, Elektronische Zeitschriftenbibliothek, Verfügbarkeiten, Verfahren, Workflow, Auszeichnung

RefHunter 2.0: Update des Manuals zur systematischen Literaturrecherche in Fachdatenbanken (GMS MBI 2018/3)

Thomas NORDHAUSEN und Julian HIRT: RefHunter 2.0: Update des Manuals zur systematischen Literaturrecherche in Fachdatenbanken

Zusammenfassung: Im Februar 2018 wurde RefHunter veröffentlicht, ein Manual zur Literaturrecherche in Fachdatenbanken. Ein Schwerpunkt des Manuals sind Datenbankinformationsblätter, in denen die Funktionen und Spezifika wichtiger Fachdatenbanken aus dem gesundheitswissenschaftlichen Bereich aufbereitet sind. Mit der gerade veröffentlichten Version 2.0 wurde das Manual erstmals aktualisiert sowie umfassend überarbeitet und erweitert.
Schlüsselwörter: systematische Literaturrecherche, systematische Übersichtsarbeit, Fachdatenbanken, Manual, Informationskompetenz