Kein Trend zu externen Repetitorien im Medizinstudium

Eine Umfrage des „Deut­schen Ärzteblattes (DÄ)“ zum Thema externe Repetitorien im Medizinstudium hat ergeben, dass lediglich 4 Universitäten, an denen ein Medizinstudium möglich ist, auf die Hilfe externer Anbieter zur Prüfungsvorbereitung zurückgreifen. Insgesamt 29 Hochschulen vertrauen auf ihre eigene Ausbildung zur Prüfungsvorbereitung, damit die Studierenden die Examina bestehen.

Beitrag in „aerzteblatt.de“ vom 8.4.2019

DFG-Förderung für Living-Lab-Projekt – GESIS

TH Köln und ZB MED entwickeln gemeinsame virtuelle Infrastruktur für die Evaluierung von Informationssystemen

Ulrike Ostrzinski, ZB MED

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert im Rahmenprogramm „e-Research Technologien“ den Aufbau von Informationssystemen für die Forschung. Die drei Kölner Forschungsinstitute GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, das Institut für Informationsmanagement der TH Köln und ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften haben sich erfolgreich um eine Förderung beworben. Für das Projekt STELLA – InfraSTructurEs for Living LAbs erhalten die Partner über einen Zeitraum von drei Jahren insgesamt Drittmittel in Höhe von rund 870.000 Euro.

Für die Qualitätssicherung und Weiterentwicklung von Suchportalen und Empfehlungsdiensten, sogenannten Recommender-Systemen, sind regelmäßige Evaluierungen erforderlich. Meist finden diese Evaluierungen unter strengen Laborbedingungen mit einer kleinen Stichprobe fester Testdatenkollektionen statt. Im Projekt STELLA werden die Forschenden eine Infrastruktur entwickeln, die es erlaubt, in einer realen Umgebung, also einem laufenden System, die Interaktionen von echten Nutzern in großem Umfang zu evaluieren. „Studien haben ergeben, dass die Bedürfnisse der User besser erfüllt werden können, wenn die Anwendungen direkt online evaluiert werden. Dafür fehlt aber bisher im akademischen Bereich die geeignete Infrastruktur“, erläutert Dr. Johann Schaible, Projektleiter bei GESIS.

ZB MED-Projektleiter Bernd Müller erklärt das Vorhaben: „Mit STELLA entwickeln wir eine virtuelle e-Research-Umgebung, ein sogenanntes Living Lab. Forschende können darin Studien mit echten Benutzern in realen Umgebungen aufsetzen.“ Der wissenschaftliche Gesamtleiter des Projekts, Prof. Dr. Philipp Schaer vom Institut für Informationsmanagement der TH Köln ergänzt: „STELLA verbindet die Vorteile einer Evaluation im Live-System mit denen einer reinen Laborumgebung. Wir bauen eine Brücke zwischen durchstrukturierter Laborevaluation und freier, dadurch weniger plan- und steuerbarer Online-Evaluation.“

Im Projektverlauf bauen die Forschenden zunächst eine Evaluierungsinfrastruktur in Form einer quelloffenen API als Schnittstelle auf – als Open Source Software nachnutzbar und offen für die Weiterentwicklung. Im nächsten Schritt folgt die Praxisanwendung auf zwei Testsystemen: LIVIVO, dem ZB MED-Suchportal für die Lebenswissenschaften, und der GESIS-Suche. Innerhalb des Projektes öffnen die Partner dann die STELLA-Infrastruktur der akademischen Forschung. Die Expertinnen und Experten für Information Retrieval und Recommender-Systeme werden eine sogenannte Living-Labs-Evaluationskampagne durchführen, um die Suchmaschinen LIVIVO und GESIS-Suche unter wissenschaftlichen Aspekten methodisch und technisch zu verbessern. Im Echtbetrieb begutachten sie die Algorithmen und Nutzerinteraktionen in den Suchsystemen mit Hilfe der neuen Infrastruktur von STELLA.

DFG fördert Projekt zur Open-Access-Transformation – Bibliothekskonsortium und Thieme kooperieren

Pressemitteilung ZB MED:

Die Thieme Gruppe hat einen Transformationsvertrag mit ZB MED, dem Forschungszentrum Jülich und dreizehn weiteren Fachbibliotheken geschlossen. In einem ersten Pilotprojekt erhalten Autorinnen und Autoren an teilnehmenden Institutionen zunächst die Möglichkeit, Originalarbeiten in der internationalen Thieme Fachzeitschrift „Hormone and Metabolic Research“ ohne Mehrkosten open access zu publizieren. Die Lizenzgebühr, die die Bibliotheken bisher für die Nutzung der Zeitschrift an den Verlag entrichtet haben, wird im Rahmen des auf fünf Jahre angelegten Vertrages zunehmend in eine Veröffentlichungsgebühr umgewandelt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt im Förderprogramm „Überregionale Lizenzierung“, in das potentiell auch weitere Titel eingebunden werden können.

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.zbmed.de/ueber-uns/presse/neuigkeiten-aus-zb-med/artikel/dfg-foerdert-projekt-zur-open-access-transformation-bibliothekskonsortium-und-thieme-kooperieren/

Demenz und Migration in Europa

Mit Blick auf Menschen mit Demenz und Migrationshintergrund gehen Experten von einer ähnlichen Häufigkeit wie bei Menschen ohne Migrationshintergrund aus. Da die Datenbasis zu Demenz bei Migrationshintergrund in Deutschland und Europa unzureichend ist, können aber noch keine verlässlichen Aussagen zur Relevanz des Themas gemacht werden. Deswegen wird das Deutsche Zentrum Neurodegenerative Erkrankungen Rostock/Greifswald mit Förderung der Robert Bosch Stiftung für Deutschland und andere europäische Länder untersuchen, welche Anzahl an Erkrankungen jeweils in den verschiedenen Migrationsgruppen vorliegt. Gegenstand der Studie wird außerdem sein, eine Einschätzung über die Versorgungssituation der Betroffenen zu gewinnen sowie einen Überblick über bestehende Informations-, Beratungs- und Versorgungsangebote zu erarbeiten. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für länderübergreifende Vernetzung und Zusammenarbeit von Akteuren aus Wissenschaft, Praxis und Fachkreisen dienen.

Aus: Newsletter Migration, Integration und Teilhabe der Robert Bosch Stiftung 02/2019

https://www.dzne.de/ueber-uns/standorte/rostock-greifswald/

VDB-Ehrenmitgliedschaft für Dietrich Nelle

ZB Med Pressemitteilung:

Bibliotheksszene würdigt Dietrich Nelle – VDB-Ehrenmitgliedschaft für ehemaligen ZB MED-Interimsdirektor

Auf dem diesjährigen Bibliothekskongress in Leipzig hat der VDB – Verein Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare heute Dr. Dietrich Nelle die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Der Verein würdigt damit die Verdienste des ehemaligen Interimsdirektors von ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften um das Bibliothekswesen.

Dr. Dietrich Nelle übernahm im Oktober 2016 die Interimsleitung von ZB MED. Er hat im Informationszentrum einen Transformationsprozess hin zu einer modernen Informationseinrichtung eingeleitet und aktiv gestaltet. In der Begründung für die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft heißt es: „Innerhalb von kurzer Zeit konnte ZB MED neu aufgestellt und inhaltlich gestärkt werden. Mit ZB MED handelt es sich um den besonders exponierten Fall einer zentralen Fachbibliothek mit überregionalen Aufgaben. Mit seinem Handeln hat Dietrich Nelle den Beweis angetreten, dass Bibliotheken, Bibliothekarinnen und Bibliothekare für die Wissenschaft unverzichtbar sind.“ Mit der Ehrenmitgliedschaft erkennt der VDB zudem Nelles Mitarbeit am Positionspapier „Wissenschaftliche Bibliotheken 2025“ der Sektion 4 des Deutschen Bibliotheksverbands (dbv) an: „Über sein Engagement für ZB MED hinaus hat er einen wesentlichen Diskussionsbeitrag für das wissenschaftliche Bibliothekswesen geleistet und dieses nachhaltig gefördert.“

Zu den nach außen sichtbaren Maßnahmen der strategischen Neuausrichtung von ZB MED zählt unter anderem die Neubesetzung der Leitung des Informationszentrums als Doppelspitze. Sie besteht aus der Kaufmännischen Geschäftsführung, der Dipl.-Volkswirtin Gabriele Herrmann-Krotz, und dem Wissenschaftlichen Direktor Prof. Dr. Dietrich Rebholz-Schuhmann, der unter anderem für die Forschungsaktivitäten verantwortlich ist. Die Position des Wissenschaftlichen Leiters wurde in Kooperation mit der Universität zu Köln besetzt. Dort trat der Medizininformatiker zugleich eine Professur für Biomedizinische Datenanalyse und -semantik an.

Gabriele Herrmann-Krotz gratulierte Dr. Dietrich Nelle persönlich vor Ort und freute sich über die Auszeichnung: “Als neue Leitung von ZB MED greifen wir die strukturellen und inhaltlichen Korrekturen, die Dr. Nelle angestoßen hat, jetzt auf. Wir verfolgen zielgerichtet und strategisch die Umsetzung der geplanten Meilensteine. Dietrich Nelle hat dafür die Basis gelegt und uns hervorragende Bedingungen hinterlassen.“

Im Anschluss an seine Tätigkeit für ZB MED ist Dr. Dietrich Nelle im Juli 2018 ins Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zurückgekehrt. Er ist dort als ständiger Vertreter des Abteilungsleiters „Grundsatzfragen und Strategien; Koordinierung“ tätig. Der VDB hat nach Prof. Dr. Klaus-Dieter Lehmann, Hofrätin Dr. Sigrid Reinitzer und Prof. Dr. Klaus G. Saur den ehemaligen ZB MED-Interimsdirektor als vierte Persönlichkeit mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet.

VDB Mitteilung vom 19.3.2019: Ehrenmitgliedschaft des VDB für Dr. Dietrich Nelle