Blogiquette
Feb 1st, 2006 by ob
Blogger’s Etiquette oder kurz Blogiquette ist der verantwortungsbewußte und ethische Umgang des Bloggers mit Informationen und Personen im Blog. Häufige Problemfelder sind:
- I know it all
- I don’t keep your privacy
- I didn’t gave you credit
- I evangelize you
- I flame everyone
1. Was ich schreibe, wird unter der “Ich sach ma-Garantie auf Wahrheit” geschrieben. Das heißt auf gut deutsch: Meiner unmaßgeblichen Meinung nach verhält sich die angesprochene Sachlage wie folgt. “Ich sach ma” bedeutet kein Ausschließlichkeitsanspruch auf die Wahrheit, sondern möchte SIE dazu herausfordern, IHREN Teil der Wahrheit beizusteuern. Das Gegenteil von “Ich sach ma” ist: “Ich halt jetzt mal meinen Mund”. Auch das kann bereichernd sein, ist aber nicht so wahnsinnig interaktiv. Außerdem kann dann jeder nachher sagen, er hätte nichts gewußt.
2. Klaro schreibe ich nichts Persönliches oder Intimes ohne Zustimmung desjenigen welcher. Aber auch hier sind die Grenzen fließend: Institutionen bekommen vielleicht schon mal ihr Fett ab, aber wenn es dabei um Privatpersonen geht, werden sie in der Regel anonymisiert. Ganz wichtig ist die Beziehung zu Bibliothekslieferanten, den library vendors. Hier steht man naturgemäß in einer gewissen Abhängigkeit und die Firmenvertreter rufen dann auch gerne an (so denn sie den Blog lesen). Andererseits fühlt man sich der Presse/Redefreiheit verpflichtet und hält große Stücke auf eine gewisse, dem Leser besonders hilfreiche Offenheit (frankly spoken). Schwierige Gratwanderung.
3. Ich zitiere und/oder bedanke mich in der Regel bei dem Autor des jeweiligen Beitrags. Wenn ich ihn denn kenne oder so er denn ausgewiesen ist. Wenn dies nicht der Fall ist (in Newsreadern wird der Autor nicht immer angezeigt / kollaborative Blogs) bleibt es wegen der Kürze der Zeit oft nur beim Hinweis auf den Blog. Zitate werden als solche kenntlich gemacht (kursive Schrift oder Blockquote).
4. Meinungen des Autors sind als solche kenntlich zu machen (Evangelize-Modus an/aus). Nachrichten und redaktionelle Meinungen sind zu trennen. Der Autor sollte auch andere Meinungen gelten lassen und fähig sein, seine Fehler einzugestehen. Eine humorvolle Art und sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen, sind gute Zeichen.
5. Schlauer schreiben, nicht sauer schreiben: Jenny Levine (The Shifted Librarian) hat mir noch einmal bestätigt, dass es ab und an durchaus einmal angebracht ist (und manchmal sogar ganz weise), einen Beitrag nicht direkt freizuschalten, sondern eine Nacht darüber zu schlafen. ![]()

