Fake Verlage und Bibliotheken

Laut Recherche des NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung Magazin sollen bis zu 5000 deutsche Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in scheinwissenschaftlichen Zeitschriften publiziert haben. Pseudowissenschaftliche Verlage treten als seriöse Anbieter an die Wissenschaft heran und bieten gegen teils hohe Publikationsgebühren eine Veröffentlichung in ihren Online-Journalen an. Dabei werden die versprochenen Standards der Wissenschaftlichen Qualitätssicherung eines Review-Verfahrens durch Fachkollegen nur gering oder gar nicht eingehalten.

Das Problem der „Fake Verlage“ ist schon seit Jahren bekannt, doch das Ausmaß, in welchem Umfang Wissenschaftler auf solchen Plattformen publizieren war bisher unbekannt. Leider bewegen sich viele pseudowissenschaftliche Verlage auch im Windschatten der Open-Access-Bewegung.

NDR-Pressemitteilung https://www.presseportal.de/print/4012021-print.html

Als Begründung für eine Publikation in solchen Fake-Journalen wird u.a. der hohe Publikationsdruck in der Wissenschaft angegeben. Eine gewisse Sorglosigkeit bei der Auswahl der Zeitschriften, in denen Publiziert werden soll, ist ebenfalls nicht von der Hand zu weisen. Das muss wiederum Bibliotheken aufhorchen lassen.

Viele Universitätsbibliotheken bieten bereits einen Service rund um den Publikationsprozeß an, der oftmals auch dem Open-Access-Gedanken verpflichtet ist. Dieser Service beinhaltet neben technischer Unterstützung auch die Auswahl der passenden Fachzeitschriften. Fake-Verlage hätten es zumindest schwerer als seriös aufzutreten, wenn gemeinsam auf Herz und Nieren geprüft wird. Hier sollten die Universitätsbibliotheken mehr Lobbyarbeit leisten, um bei den Wissenschaftlerinnen und Wissernschaftler als Partner im Publikationsprozeß wahrgenommen zu werden.

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