12 comments for “Supporter Membership von Biomed Central spart kein Geld

  1. B.-C. Kämper
    25. November 2009 at 8:31

    Kommentarfunktion defekt?

  2. B.-C. Kämper
    25. November 2009 at 8:33

    1. Bibliotheken mit einer membership, egal ob prepay oder supporter, erhalten üblicherweise quartalsweise (prepay) bzw. jährlich (supporter), auf Anforderung aber auch jederzeit eine Übersicht der korrespondierenden Autoren ihrer Einrichtung zugeordneten Article Processing Charges. Die Zuordnung muss von BiomedCentral vorgenommen und überprüfbar gemacht werden, weil es Rabatte für die Autoren nur auf Basis der membership und der vom korrespondierenden Autor angegebenen mit der e-mail angegebenen affiliation gibt. Es ist mir also unverständlich, wieso Susan Klimley diese Daten erst mühsam ermitteln musste, bzw. unter Zugrundelegung verschiedener Annahmen (wer zahlt) durchrechnen musste.

  3. B.-C. Kämper
    25. November 2009 at 8:33

    2. Wenn die Daten vorliegen, ist es sehr einfach zu prüfen, am Jahresende zu prüfen, ob sich die Supporter membership „gerechnet“ hat oder nicht. Für große und sehr große Institutionen, die ca. $10000 Membership Fee zahlen, dürfte sich das ganze erst ab etwa 40-45 jährlich publizierten und der Institution zugerechneten Aufsätzen pro Jahr rechnen (zählt man coauthored papers mit, muß man je nach „Gewicht“ der Institution typischerweise das doppelte rechnen, ca. 90, Columbia hat nur etwa 60). Die Bilanz kann für andere Einrichtungen aber anders aussehen: für die kleine Uni Stuttgart würde sich eine Supporter membership bspw. durchaus rechnen.

  4. B.-C. Kämper
    25. November 2009 at 8:35

    (Faculty of 1000 Biology und Medicine werden nach der Aquisition von BiomedCentral durch Springer jetzt separat vermarktet, die bisher gewährten Rabattvorteile im Rahmen von BiomedCentral Mitgliedschaften entfallen daher leider künftig.)

  5. B.-C. Kämper
    25. November 2009 at 8:36

    3. Die Preissteigerungen reflektieren im wesentlichen lediglich die Preissteigerungen bei den Publikationsgebühren, sie sind also „systemkonform“. Sie sind kaum vermeidbar, solange mit der Membership Fee ein Rabatt auf die den Autoren berechneten APCs einhergeht, der in der Summe die Höhe der Membership Fee durchaus erreichen kann, auch wenn das nicht immer der Fall sein wird.

  6. B.-C. Kämper
    25. November 2009 at 8:36

    4. Andererseits: Eine Supporter membership macht man aber letztlich nur dann, wenn man Open Access Publizieren mit einem planbaren begrenzten Budget fördern will, das nicht an Drittmitteltöpfe bzw. Research overhead angekoppelt ist, sonst würde das ganze ja nicht „Supporter membership“ heißen. Wer von vornherein erwartet, dass die Einsparungen den Investitionen entsprechen, hat schlicht das falsche membership Modell erwischt. Bei einer prepay membership mit zentraler Kostenübernahme, die natürlich nur bei einer Ankopplung an Drittmitteltöpfe bzw. den Research overhead nachhaltig finanziert werden kann und nicht aus einem festen Bibliotheksbudget, kommen die Rabatte, die i.a. höher als 15% liegen (im GASCO Setting z.B. bisher 20%) voll zum Tragen, ohne dass eine zusätzliche Membership fee anfällt, die erst einmal durch Einsparungen wieder hereingeholt werden müsste.

  7. B.-C. Kämper
    25. November 2009 at 8:37

    5. Was lernen wir hieraus: Bibliotheken meckern, wenn sie – wie Yale – mit Prepay membership eine Kostenexplosion sehen, weil ihre Wissenschaftler die Vorteile von Open Access erkennen und mehr Aufsätze bei BiomedCentral veröffentlichen, sie meckern aber genauso, wenn sie bei einer Supporter membership mit planbarem Budget vergleichsweise niedrige Preissteigerungen sehen und die Gegenrechnung nicht erweist, dass die erzielten Einsparungen für die Universität bei den APCs die Kosten 100%ig aufwiegen. Konsequent ist da nur das Bekenntnis, dass man als Bibliothek überfordert ist und der völlige Ausstieg aus solchen Memberships, die den Autoren finanziell wenig bringen und bestenfalls Symbolwirkung haben.

  8. B.-C. Kämper
    25. November 2009 at 8:37

    6. Es ist ziemlicher Unsinn, wenn Klimley (referiert von Philip Davis) in diesem Zusammenhang argumentiert: “Setting up a pot of money [to pay article processing fees] is not going to solve [the] problem,” Klimley stated emphatically. For her, authors need to be more sensitized to the cost of producing information, and author publishing funds work against that aim.“

  9. B.-C. Kämper
    25. November 2009 at 8:38

    Gerade im biomedizinischen Bereich sind page und color charges bei vielen Zeitschriften üblich, diese summieren sich in vielen Fällen zu Beträgen, die ebenso hoch wie die Publikationsgebühren von BiomedCentral sein können. Wissenschaftler haben also durchaus ein Gefühl dafür, was das Publizieren eines Artikels kostet. Solche Kosten fallen nicht erst an, seit es den „Goldenen Weg“ gibt, aber beim Open Access Publizieren ist damit wenigstens eine höhere Sichtbarkeit verbunden. Deswegen kann man auch getrost davon ausgehen, dass das Wegfallen einer bloßen Supporter membership niemanden groß kümmern wird und dass der Anschubeffekt vorher gleich Null gewesen ist. In Stuttgart hat sogar die Kündigung unserer in den ersten Jahren für die Autoren zu 100% gesponsorten prepay membership die Wachstumsrate der Veröffentlichungen bei BiomedCentral nicht bremsen können, die Anschubfinanzierung hat ihren Sinn also erreicht. Im Vergleich dazu wäre eine Supporter membership herausgeworfenes Geld gewesen.

  10. B.-C. Kämper
    25. November 2009 at 8:39

    7. Wenn geeignete Steuerungsinstrumente eingebaut werden (Obergrenzen für die übernommenen Kosten pro Artikel oder Budgetlimits pro Wissenschaftler) und zugleich der grüne Weg unterstützt und gefördert wird (über Mandate und andere Anreize, vor allem aber eine offensive Kommunikationspolitik und das aktive Einsammeln von Beiträgen), scheinen mir zentrale Open Access Fonds durchaus ein geeignetes Instrument zu sein, um mehr Chancengleichheit für Veröffentlichungen in Open Access Zeitschriften herzustellen und Autoren, die nicht routinemäßig ohnehin Overhead aus Drittmitteln zur Finanzierung verwenden können, nicht von vornherein vom „Goldenen Weg“ auszuschließen, wenn es für Autoren attraktive Angebote gibt.

  11. B.-C. Kämper
    25. November 2009 at 8:54

    Ergänzung zu 2. oben: Gegenrechnen müsste man hier aber auch noch die 10% Rabatt, die man auf möglicherweise zusätzlich bezogene Subskriptionsprodukte von BiomedCentral erhält. Jedes dieser Produkte kann für eine große Universität, je nach FTE, 2000-4000 USD kosten.

  12. ob
    30. November 2009 at 10:59

    Danke, Herr Kämper, für die vielen zusätzlichen Infos!

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