3 comments for “18 Publishers announce price freezes

  1. B.-C. Kaemper
    14. Juli 2009 at 12:59

    Eine neue Kategorie sind Verlage, die auf dieser Welle mitschwimmen und behaupten, sie würden die Preise für 2010 einfrieren, aber in Wirklichkeit Etikettenschwindel betreiben, indem sie Äpfel und Birnen vergleichen. Ein solcher Fall ist IOP Publishing (Institute of Physics). (IOP publiziert auch einige Titel, die für die Biomedizinische Technik relevant sind, daher mag eine Diskussion hier gestattet sein.) Für 2010 wird erstmals die Option eingeführt, die Zeitschriften e-only zu beziehen. Für den gleichen Preis, für den man im Vorjahr noch Print incl. Online-Zugriff bekommen hat, bekommt man die Zeitschriften jetzt e-only, der Verlag spart Druck und Versand der Printausgaben. Dumm nur, dass das die Bibliotheken aufgrund der höheren Umsatzsteuer 10% teurer kommt. Da Print incl. Online weiter lieferbar ist, im Preis aber bis auf 2 Ausnahmen „nur“ um 5% teurer wird, wird wohl kaum jemand auf e-only umsteigen wollen. So wird das nix – und warum die amerikanischen Fachgesellschaften AIP und APS e-only 20% billiger machen können als ein Kombiabo, IOP aber nur 5%, hat mir auch noch niemand erklären können.

    Quelle:
    Ankündigung von IOP
    https://listserv.nd.edu/cgi-bin/wa?A2=ind0907&L=PAMNET&D=1&T=0&O=D&P=37781
    Mein Kommentar auf liblicense-l:
    http://www.library.yale.edu/~llicense/ListArchives/0907/msg00081.html

  2. B.-C. Kämper
    15. Juli 2009 at 8:41

    Nächster Verlag auf dieser schwarzen Liste ist SAGE Publications. SAGE hat am 14.7. angekündigt, dass sie 12 ihrer Zeitschriften auf e-only migrieren werden, und zwar mit folgendem Kommentar:

    „We want to help you stay ahead of the curve by providing online access to your users along with these additional benefits:
    *A significant savings for your library – the E-access option represents a significant discount off both the Combined (Print & E-access) and Print-only rates
    *Increased discoverability and simultaneous use – providing electronic access to these journals at your library will ensure increased usage by faculty and students
    *Saving shelf space
    *Positive environmental impact – SAGE has partnered with the Arbor Day Foundation to plant a tree for every subscription that moves to the E-access option. Not only will you save trees by eliminating print copies, but you will be making a positive impact on our world!

    Heather Morrison hat dies auf liblicense-l mit
    „Congratulations to SAGE for showing some real leadership in moving to e-only – AND, lowering prices!“ kommentiert.

    Schaut man genauer hin, sieht das aber ganz anders aus. Eine e-only-Option wird bereits seit Jahren von SAGE angeboten, seit 2008 auch mit 10% Nachlass (vorher 5%). Während aber generell die Preise für SAGE Titel von 2009 auf 2010 um 4% steigen, beträgt die Preissteigerung für diese nur noch e-only angebotenen Titel satte 15% (obwohl sie ihre Erscheinungshäufigkeit nicht verändern). Selbst wer vorher ein Kombiabo bezogen hat und jetzt notgedrungen auf e-only wechselt, sieht noch 4% Preissteigerung – und in Deutschland, mit unserer höheren Umsatzsteuer auf e-only-Titel ebenfalls effektive 15% Preissteigerung.

    Ich nenne das einen Tiefpunkt der Kundenkommunikation von Verlagen mit Bibliotheken, blanken Zynismus, Beschönigung und Kundentäuschung.

  3. B.-C. Kämper
    16. Juli 2009 at 9:54

    Nachtrag 16.7.:

    ich habe heute mittag einen Telefonanruf von SAGE erhalten. Sie
    entschuldigten sich und erklärten, bei der Berechnung der 2010
    Listenpreise für die 12 SAGE-Zeitschriften, die auf e-only umge-
    stellt werden, sei ihnen ein Fehler unterlaufen.

    Der Preisanstieg für 2010 wird 4% betragen, wie für die übrige
    SAGE-Preisliste i.a. auch. Deutsche Bibliotheken, die vorher ein
    Kombiabo für Print+Online hatten, sehen leider auch keine Ersparnis, da die 10%-ige Preisreduktion durch die höhere Umsatzsteuer aufgezehrt wird.

    Vgl. die Korrektur von SAGE auf http://is.gd/1Bg6G (als Antwort auf meine Mail http://is.gd/1BhRn an die UKSG-Liste lis-e-resources).

    Meine ursprüngliche Analyse auf liblicense-l (http://is.gd/1ASL5)
    bleibt korrekt.

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