Ergebnis: Wieviel sparen Sie durch Nationallizenzen?

Die Abstimmung Wieviel sparen Sie durch Nationallizenzen? (12.6.-4.8.) brachte ein ziemlich eindeutiges Ergebnis. Von den 28 Antwortenden gaben genau 3/4 an, die würden durch die Aktion der DFG keine müde Mark einsparen. Einer sah eine Einspareffekt von 5%, drei von 10%, zwei von 20% und einer mehr als 20%. Das macht eine „durchschnittliche“ Einsparung von 3-4% aus, wenn man es denn berechnen mag. Vielen Dank Ihnen allen für die Beteiligung an dieser Umfrage!
Da ich nicht für 0% gestimmt hatte, kann ich über die Begründung für „keine Einsparung“ nur spekulieren:

  1. Die DFG hat Archive gekauft, die nie Teil meines Erwerbungsprofils waren.
  2. Die DFG hat Archive gekauft, aber nur laufende Zeitschriften würden eine Einsparung bringen.
  3. Die von der DFG lizenzierten laufenden Zeitschriften bringen keine Einsparung, nur zusätzliche Titel.
  4. Die bisher von der DFG lizenzierten laufenden Zeitschriften sind nicht Teil meines Erwerbungsprofils.
  5. … haben Sie noch weitere Argumente? …

4 comments for “Ergebnis: Wieviel sparen Sie durch Nationallizenzen?

  1. Korwitz
    4. August 2008 at 8:10

    Bei „Einsparungen“ sollte man nicht nur an Erwerbungsmittel denken, sondern auch an Einsparungen durch
    – Platzersparnis bei Aussonderung von Printbeständen
    – Wegfall von Fernleih- und Dokumentbeschaffungsberatungen und -arbeit (sofern noch Aufgabe der Bibliothek)
    – Erleichterung des Zugriffs durch Kunden (Ersparnisse auf Kundenseite) und Wegfall von subito-Bestellungen. Dadurch auch Ersparnisse bei den subito-Lieferbibliotheken.
    Dann sieht die Rechnung schon anders aus.
    Hoffentlich trifft nicht zu, dass die Verhandlungsführer Archive lizenziert haben, die nur wenige benötigen. So war und ist es jedenfalls nicht gedacht.

  2. ob
    5. August 2008 at 11:33

    Danke für die Erläuterungen. Zu den Archiven: Ich denke mir, dass alle sie als sinnvoll ansehen. Nur hätten wenige sich die Archive leisten können. „Benötigen“ ist ein großes Wort, da muß ich nochmal drüber nachdenken…

  3. Bruno Bauer
    5. August 2008 at 2:47

    Zur jüngsten MEDINFO-Abstimmung „Wieviel sparen Sie durch Nationallizenzen?“ möchte ich anmerken, dass ich mich daran leider – mangels österreichischer Nationallizenzen bisher – nicht beteiligen konnte …
    Allerdings werden auch an den österreichischen Universitäten die Versorgungslücken, insbesondere bei Zeitschriftenbackfile-Archiven und bei speziellen Fachdatenbanken, immer offensichtlicher. Eine Finanzierung der Backfiles aus den laufenden, ohnedies knappen Bibliotheksetats der einzelnen Universitäten ist nicht möglich.
    Während die deutschen Bibliotheken in der glücklichen Situation sind, dass das Konzept der Nationallizenzen als Teil des Systems der Überregionalen Literaturversorgung im Wesentlichen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) getragen wird, gibt es in Österreich (derzeit) weder ein vergleichbares Programm zur Förderung der Forschungsinfrastruktur noch eine nationale Stelle für die Finanzierung.
    Neben den von Ulrich Korwitz genannten „Einsparungen“ sehe ich den großen Vorteil der Nationallizenzen in einer deutlichen Verbesserung der Informationsinfrastruktur. Einschlägige Nutzungsstatistiken (z.B. von Elsevier-Zeitschriften) belegen, dass ein durchaus bemerkenswerter Anteil der Zugriffe der einzelnen Zeitschriften auf deren Backfiles zu registrieren ist.

  4. ob
    6. August 2008 at 10:42

    Danke Herr Bauer, dass Sie uns auf den Boden der Realität zurückholen. Die Verbesserung der Informationsinfrastruktur ist wahrlich herausragend – der DFG sei Dank. In Deutschland wird dies schon fast als selbstverständlich (nicht mehr) wahrgenommen.

    Dass Bibliotheken immer so auf sich selber und ihren Etat finxiert sind, muß ein Auswirkung der Zeitschriftenkrise sein, ein unüberwindbares Trauma aus alter Zeit…

Comments are closed.