IOP Publishing bei EZBppv

Nach Vittorio Klostermann, Verlag neue Wirtschaftsbriefe, Thieme und Elsevier hat nun mit IOP Publishing der fünfte Verlag seine Bestände bei der EZBppv nachgewiesen. Es sind zur Zeit 64 Titel. Der Gesamtbestand der ppv-Titel erhöht sich damit auf 2937. Dies ist keine Erbsenzählerei, sondern diese Titel können nun – abhängig vom Jahrgang – ganz legal per Email geliefert werden.

5 comments for “IOP Publishing bei EZBppv

  1. B.-C. Kämper
    1. März 2008 at 8:50

    Lieber Herr Obst,
    das ist leider eine krasse Fehlinformation.

    Es ist gerade umgekehrt: Alles, was in EZBppv nicht enthalten ist, kann im Rahmen der Bestimmungen von §53a bereits jetzt schon (oder noch) legal via e-mail geliefert werden. Subito, und das ist die Ironie bei der Sache, verzichtet allerdings auf diese Möglichkeit. Subito setzt hinsichtlich elektronischer Lieferung rein auf eine bilaterale vertragliche Regelung mit den Verlagen und verzichtet vorerst auf die gesetzlich gegebene Lizenz für elektronische Lieferung. Ob das im Interesse von Bildung und Wissenschaft ist, sei dahingestellt.

    („Die Hauptstrategie von subito wird daher der Erwerb von Lizenzen für die elektronische Lieferung sein. Wo dies nicht sofort gelingt, werden die subito-Lieferbibliotheken auf in der Regel digitale Faxlieferungen und Postlieferung umstellen.“)

    Was in EZBppv enthalten ist, kann – vorausgesetzt der Preis ist als angemessen zu betrachten (angemessen für wen?) – gerade nicht mehr auf Basis der gesetzlichen Regelung im Rahmen von §53a per email oder sonstwie elektronisch (Fax ausgenommen) geliefert werden, sondern nur noch auf Basis einer vertraglichen Regelung.

    Für Bibliotheken in Deutschland gelten die in der EZB verzeichneten Pay-per-View-Angebote nach dem deutschen Urheberrecht (§ 53a UrhG ) als „offensichtliches“ Angebot des Rechteinhabers. Sie gelten damit aber noch nicht automatisch als „angemessen“.

    Die Liste in EZBppv verzeichnet aber die pay-per-view-Angebote der Verlage für den Endnutzer. Wenn stattdessen eine Bibliothek liefern will, muß sie vertraglich eine Lizenz für die Dokumentenlieferung erworben haben, z.B. im Rahmen von subito, was dann voraussetzt, dass der Verlag mit subito e.V. auch schon einen Rahmenvertrag geschlossen hat, der auch die Region GALS einschließt.

    Wenn ich das richtig sehe, ist der aktuelle Stand der Lizenzimplementierung für GALS immer noch der, dass diese bisher nur für den Thieme-Verlag erfolgt ist (am 04.02.2008). Ist die Lizenzimplementierung GALS erfolgt, dann kann Subito wieder elektronisch ausliefern, allerdings aufgrund ihrer Selbstknebelung nur über das implementierte zentrale DRM-System.

    Auch wenn der Börsenverein Werbung für den Beitritt macht, ist es durchaus denkbar, ja steht zu erwarten, dass einzelne Verlage ihre Angebote bei EZBppv nachweisen, aber zunächst oder gerade nicht dem Rahmenvertrag mit subito e.V. für die Region GALS beitreten wollen.

  2. B.-C. Kämper
    1. März 2008 at 9:19

    P.S.: Um Ihnen nicht unrecht zu tun: ich habe Ihr „abhängig vom Jahrgang“ übersehen. Wenn Sie das so verstanden haben wollten, das Bibliotheken nun ganz legal Artikel aus den Jahrgängen liefern dürfen, für die EZBppv kein pay-per-view-Angebot nachweist, dann haben Sie recht. Allerdings verzichtet Subito m.W. ja auch darauf, oder irre ich mich? (Wir sind keine Lieferbibliothek.). Und bei IoP ist es ja gerade so, dass praktisch alles schon digitalisiert ist und auch ppv geliefert wird. Das ist bei den anderen Verlagen aber anders (vor allem bei Klostermann, NWB, Thieme, aber z.T. auch bei Elsevier).

  3. B.-C. Kämper
    1. März 2008 at 9:41

    Gerade ausprobiert … die ZBMed bspw. bietet in solchen Fällen nur Post- oder Faxlieferung; bei Thieme wird (auf vertraglicher Basis) generell elektronische Lieferung angeboten, aber der 1. Jg. der PPV-Verfügbarkeit markiert die Grenze, ab der – 1A/B, 4 – Ermäßigte Lizenz – die Lizenzgebühr von derzeit 3,50 EUR (+ 0,25 EUR MwSt.) anstelle der VG-Wort-Tantieme von 1 EUR anfällt.

  4. B.-C. Kämper
    1. März 2008 at 9:58

    Oliver Obst hatte es offenbar tatsächlich so gemeint, wie oben unter 2. vorgeschlagen, vgl.
    „Kein pay-per-view? – subito liefert per Email!“ (medinfo, 13.02.).

    Ich hoffe, dass meine Kommentare oben trotzdem zur weiteren Klärung beitragen, denn die genannten (z.T. auch schon von Oliver Obst selbst angesprochenen) Kritikpunkte (Subito betreffend) bleiben bestehen.

  5. B.-C. Kämper
    1. März 2008 at 10:30

    Ich schrieb oben: „Subito setzt hinsichtlich elektronischer Lieferung rein auf eine bilaterale vertragliche Regelung mit den Verlagen und verzichtet vorerst auf die gesetzlich gegebene Lizenz für elektronische Lieferung.“

    Präziser wäre: Subito nutzt die gesetzlich gegebenen Lizenz für elektronische Lieferung vorerst nur, sofern sie bereits eine bilaterale vertragliche Regelung mit dem jeweiligen Verlag getroffen hat, d.h. nur, wenn der Verlag dem Rahmenvertrag zu GALS beigetreten ist. Das kann man derzeit vielleicht noch als Good-will Signal gegenüber den Verlagen sehen, um etwaige Beitrittsverhandlungen nicht zu stören, auf Dauer ist das aber gänzlich unakzeptabel und gegen die Interessen von Bildung und Wissenschaft.

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