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Download-Missbrauch mit Literaturverwaltung

11. January 2008 by ob | Kategorien: Open Access, Publikationswesen, Refs

Blackwell monierte gestern einen Downloadmissbrauchsfall bei einem unseren Nutzer. Er soll 250 PDFs in einer Sitzung heruntergeladen haben. Es stellte sich heraus, dass er ein Literaturverwaltungsprogramm für dem MAC benutzte mit Namen PAPERS. Neu scheint hier hierbei zu sein, dass wir es nicht mehr - wie in der Vergangenheit - mit Nutzern mit semikrimineller Energie zu tun haben, sondern mit normalen Wissenschaftlern, die durch die mächtigen Möglichkeiten ihrer Literaturverwaltung dazu im Stande gesetzt werden, sich ganze Jahrgänge von Zeitschriftenaufsätzen problemlos per Mausklick zuzulegen. Das werden wir nunmehr öfter sehen, da habe ich keine Zweifel: Es entspricht der menschlichen Natur, angesichts der Unsicherheiten von Bibliotheksetats und Toll Access, sich Zeitschriftenarchive auf der eigenen Festplatte zu erstellen. Der Mensch - auch der Wissenschaftler - ist und bleibt ein Jäger und Sammler.

Diese Leute handeln bestenfalls in Unkenntnis (der Software, des Urheberrechts, der Lizenzvereinbarungen), aber das schützt ja bekanntermassen vor Strafe nicht. Ich habe daraufhin nochmal einen energischen Disclaimer geschrieben. Einen Hinweis auf Open Access habe ich mir verkniffen, da ich ehrlich gesagt nicht weiss, wie ein Open Access Anbieter auf sowas reagieren würde. Sicher sind hier keine finanziellen Interessen betroffen, so dass vielleicht gilt: Je mehr Downloads, desto besser. Aber ich kann mir vorstellen, dass auch ein Open Access Anbieter nicht mag, wenn ein Spider seine komplette Webseite mit sämtlichen Volltexten herunterlädt. Weiß einer Näheres? Kann jemand mal Matt Cockerill oder andere bei Gelegenheit fragen?

Nachtrag: PubmedCentral verweist auf Fair Use (Reproduction of only a part of the work).

Tags: Ethik, Zeitschrift

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6 Responses to “Download-Missbrauch mit Literaturverwaltung”

  1. on 11 Jan 2008 at 2:161Martin

    Bei OpenAccess ist das Spidern ja auch nicht notwendig, da man ja ständig Zugriff hat. Bei “ClosedAccess” dagegen nur, wenn ich mich irgendwie im Uni/Bibliotheksnetz befinde.
    Ich finde es also DOCH eine irgendwie politische Frage!

    “mit open access wäre das nicht passiert!”

    PS: wozu soll der disclaimer gut sein? Wir eh nicht gelesen/wieder vergessen…

  2. on 11 Jan 2008 at 5:532ob

    Disclaimer sind immer gut: Kann man die Benutzer drauf hinweisen. Und die Verlage bestehen drauf.

  3. on 14 Jan 2008 at 12:413AndreasP

    Wer hier “Mißbrauch” schreibt, braucht Downloads gar nicht erst anzubieten. Die Texte stehen bereit, sie können konsumiert werden. Wenn jemand drei Jahrgänge Zeitschriften durchblättert, kommt auch nicht die Lesesaalaufsicht mit einem Verlagsvertreter und einem Wachtmeister daher und fordert zum Gehen auf. Manche Fragestellungen lassen sich eben nur mit ganzen Jahrgängen von Zeitschriften angehen. Das gehört zur Freiheit der Wissenschaft einfach dazu. Dass sich Bibliothekare hier den absurden Vorstellungen der Wissenschaftsverlage nicht nur beugen, sondern sie sich auch noch kritiklos zu eigen machen, empfinde ich als reichlich abwegig.

  4. on 14 Jan 2008 at 10:164ob

    Antwort siehe hier.

  5. on 14 Jan 2008 at 2:015Stefan Busch (BMC)

    Wenn ich statt Matt Cockerill antworten darf: Spider sind willkommen. Darum machen wir die XMLs aller Artikel zugaenglich, um bestmoegliche Machinenlesbarkeit zu erreichen. Auf der Basis der CC-Attribution Licence gilt eben anything goes, auch fuer Spider (sowie fuer mythologische Wesen in neuem Gewand).

    SB

  6. on 08 Feb 2008 at 10:576mekentosj

    Hi,

    I think you are misinformed, the whole story and the reason of Blackwell’s tagging things as “misbrauch”: http://mekentosj.com/papers/forum15/viewtopic.php?pid=3891

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