“OvidSP” - Neue Datenbankoberfläche bei OVID
23. October 2007 by ob | Kategorien: Literatursuche
Nutzen oder schulen Sie Ovid-Datenbanken? Am 25. Oktober schaltet Ovid eine neue Datenbankoberfläche “OvidSP” frei. OvidSP ersetzt die Ovid- und Silverplatter-Oberfläche. Das modernere Layout soll alle gewohnten Funktionen beider alter Oberflächen vereinen. Für uns ändert sich aber zunächst nichts! Wir sehen lediglich auf der Hauptsuchseite einen Link “Try OvidSP!” Ausprobieren sollten wir OvidSP auf jeden Fall bald, denn Anfang Februar müssen wir spätestens auf die neue Oberfläche umschalten. Solange laufen beide parallel. [via ULB Münster]
Simplified, intuitive interface
* Multiple search modes
— Basic
— Ovid/SilverPlatter Syntax
— Find Citation
— Search Tools
— Search Fields
* Natural language searching
* Clean, intuitive interface design
Powerful, trusted precision search technology
* Advanced search functionality
* Simultaneous searching across all content types
* Fast, flexible results management
Enhanced research workflow tools
* Search refinement tools
— Follow the research trail
— Narrow or broaden search
— Search related authors and journals
* Inline abstracts
* Annotations
* Content updates delivered via RSS or email
— eTOCS
— AutoAlerts
* Sortable search results
* Search Results Manager feature
* Find Similar Articles feature
* De-duplication of multi-file results
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3 Responses to ““OvidSP” - Neue Datenbankoberfläche bei OVID”


Ich wundere mich jetzt schon zwei Wochen über die Basic Search auf OvidSP, die mit Natural Language Processing arbeitet. Eine Email von Ovid hat jetzt diese Sache genauer erklärt.
Es heißt u.a. “…The NLP-based Basic Search was designed to find the most relevant results, not all results. Since some searches could return an almost infinite set of results, the system has a manageable cut-off point of 500 results ranked by relevancy…”
Abgesehen vom vielleicht von einigen Nutzer(inne)n erwünschten Effekt, dass die Datenbank ganze Sätze “versteht”, erscheint mir die gleichzeitig vorgenommene Relevanzanalyse mit variabel angewandtem, automatischem Cut-Off-Punkt für die Gewährleistung einer überschaubaren Trefferliste problematisch. Bei Suchen, die aus thematischen Gründen unüberschaubar viele (vielleicht sogar relevante) Resultate liefern würden, suggeriert diese Automatik, dass die Datenbank eben nur soviele vermutlich relevante Records enthält. Verstärkt wird das durch die Sterne-Vergabe.
Um vielleicht den größeren Teil der Ovid-Nutzer(inne)n zu befriedigen, wurde der Suchmodus “Basic Search” als Standardsuchmodus definiert. Daneben können natürlich auch die von Ovid bekannten Suchmodi (Tools etc.) verwendet werden.
Die Frage ist, ob das die Nutzer automatisch verstehen. Ich fürchte nicht.
Mal wieder große Versprechungen und nichts dahinter.
Bereits im Oktober 2004 schrieb ich an die Mitglieder unseres GASCO Nature Konsortiums, über das auch die Titel der NPG@OVID Collection angeboten werden:
“… Einziger Nachteil: Preprints (Advance Online Publication) waren bisher nicht in die OVID-Plattform integriert. Die Gute Nachricht: OVID hat die Lizenzrechte für diese Inhalte erworben; für die LWW Journals sollen die Preprints bis Jahresende integriert sein, für die NPG Journals ohne Mehrkosten im Laufe des 1. Quartals 2005!”
3 Jahre sind inzwischen verstrichen, und erst seit Anfang diesen Jahres stehen die Preprints für die LWW Journals zur Verfügung. Von anderen Zeitschriften keine Spur. Noch auf der AGMB-Tagung wurde mir zugesichert, für die NPG-Titel würden mit dem Launch der neuen Plattform die Preprint-Bereiche (PAP-Issues) eingerichtet, Jetzt habe ich einen Testaccount erhalten und musste feststellen, es ist immer noch alles beim alten! Dabei hatte ich unsere Mitglieder gerade erst informiert, dass diese Einschränkung laut OVID mit der neuen Plattform der Vergangenheit angehört.
Angesichts der Tatsache, dass inzwischen zu jedem Zeitpunkt bis zu 60% des Publikationsvolumens eines Jahrgangs in bereits voll zitierfähigen (und auch über Pubmed bereits zitierten) Preprints steckt, halte ich deren schnelle Verfügbarkeit im klinischen Bereich für ein absolutes K.O.-Kriterium.
Einige Beispiele (letzte Woche geprüft): European Journal of Clinical Nutrition: 261 Art. Feb 7 … Nov 14, entspricht 16 Heften (57% des Publikationsvolumens eines Jahrgangs), Gene Therapy: 39 Art. Jul 19 … Nov 15, entspricht 5,5 Heften (19%), Journal of Human Hypertension, 58 Art. May 31 … Nov 15, entspricht 5 Heften (29%),
Leukemia 157 Art. Jun 21 … Nov 15, entspricht 4 Heften (25%), Molecular Psychiatry 72 Art. Apr 17 … Oct 30, entspricht 6 Heften (33%), Oncogene 322 Art. May 28 … Nov 19, entspricht 27 Heften (31%), The Pharmacogenomics Journal, 46 Art Jan 2 … Oct 16, entspricht 6 Heften (50%). Aber auch bei den Clinical Practice Titeln sind es jederzeit ein Dutzend bis 20 Artikel, die für die nächsten 2 Monate nur als prepublication zugänglich sind.
Ich verstehe wirklich nicht, wie man diese Plattform, auf der aktuelle Inhalte seit Jahr und Tag überhaupt gar nicht erst angeboten werden, immer noch als das Non-plus-Ultra verkaufen kann. Umgekehrt wurde für die z.T. beschränkte zeitliche Tiefe der Archive immer das Argument ins Feld geführt, die Mediziner interessierten sich nur für die aktuellsten Inhalte. Ja, was denn nun? OVID bietet weder das eine noch das andere, weder zeitliche Tiefe, noch aktuellste Inhalte. Das kann’s nicht sein, und da hilft auch kein Facelifting!
B.-C. Kämper, UB Stuttgart und GASCO Nature Konsortium
Wenn das stimmt, dann bestellen wir sofort alle unsere NPG-Zeitschriften ab, die bei Ovid laufen, und wechseln zu Nature. Die Blamage in der Uni möchte ich mir nicht antun!