Spiegel Special 3/2007: „Leben 2.0: Wir sind das Netz“

HYPE ODER HYBRIS? Am Web 2.0, der neuen Generation des Internets, scheiden sich die Geister. Die einen rühmen die Fülle an Informationen und Kontakten im Mitmachnetz, die „Weisheit der Massen“ und die Abschaffung alter Autoritäten, das kreative Chaos und den „Bürger-Journalismus“. Die anderen mokieren sich über „digitalen Narzissmus“, freiwillige Selbstentblößung im Netz, viel pubertäres Geschwätz und rüpelhaften Ton auf den Community-Plattformen. Anhänger wie Kritiker sind sich aber einig: Es ist ein Massenphänomen entstanden, dessen Auswirkungen bislang nur zu erahnen sind. [Aus der Spiegel Hausmitteilung]

Das neue Heft von Spiegel Special (3/2007 behandelt das spannende Thema „Wie das neue Internet die Gesellschaft verändert“. Auf 138 Seiten werden in jeweils etlichen Beiträgen folgende Aspekte des neuen Internet / Web 2.0 behandelt: DAS MITMACHNETZ, ALTE UND NEUE MEDIEN, ANARCHIE IM NETZ, TATORT INTERNET, VIRTUELLE WELTEN.

Die insgesamt 35 Beiträge bieten, nicht zuletzt aufgrund der großen Bandbreite der behandelten Themen,  ein illustres Bild von den Auswirkugen des Internet auf die reale Welt. Für den Bibliotheksbereich von besonderem Interesse erscheinen mir (und dies ist eine sehr subjektive Auswahl!) folgende Beiträge:

  • Das mitmachnetz: Hacker im Hohen Haus. Das Online-Lexikon Wikipedia ist eine der populärsten Internet-Seiten. In der Politik wird es zunehmend auch zur Imagepflege und zur Diffamierung des Gegners genutzt [22]
  • Das mitmachernetz: „Wir betreten eine neue Welt“. Internet Pionier Tim O’Reilly über die Qualität von Online-Communitys“ [28]
  • Alte und neue medien: Die entleibte Bibliothek. Vor zwei Jahren begann die Internet-Firma Google damit, Hunderttausende Bücher zu scannen und ins Netz zu stellen. Steht jetzt das Ende der alten Bibliotheken bevor? [48]
  • Alte und neue medien: Pixel statt Pipetten. Manche Biowissenschaftler arbeiten nicht mehr im Labor – ihre Forschung findet ausschließlich im Computer statt. [50]
  • Anarchie im netz: Fremde Federn. Hemmungslos kupfern Studenten und Forscher aus wissenschaftlichen Arbeiten ab und geben die Plagiate als eigene Leistung aus – sie kopieren einfach aus dem Internet. [82]
  • Tatort internet: „Fast alles steht im Netz“. Viele Firmen und Institutionen häufen so große Datenmengen an, dass sie bisweilen den Überblick verlieren, was wo gespeichert ist. So sind oft viel mehr Informationen über das Internet zugänglich, als eigentlich beabsichtigt ist. [98]
  • Virtuelle welten: Alles im Wunderland. Mehrere Millionen Menschen haben sich in der Internet-Plattform „Second Life“ eine neue Wirklichkeit geschaffen. Sie schlüpfen in erfundene Identitäten und leben unter ihren Masken ihre Träume aus. Jetzt mischt sich die künstliche Parallelwelt immer stärker in die Realität ein. [116]

Zum Inhaltsverzeichnis von Spiegel Special 3/2007 „Leben 2.0: Wir sind das Netz“ (Kosten: 6 Euro).

1 comment for “Spiegel Special 3/2007: „Leben 2.0: Wir sind das Netz“

  1. 3. Juli 2007 at 10:36

    Da fehlt mir noch der Begriff des „Prosumers“ ein – eine neue Wortschöpfung, die das Web 2.0 sehr schön charakterisiert: Nutzer, die sowohl Produzenten als auch Konsumenten von Inhalten sind. Noch sind die LeserInnen von Bibliotheken Konsumenten. Wie lange noch?
    mit besten Grüßen

    Mark Buzinkay
    http://www.idea-lounge.net

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