CINAHL nicht mehr via Ovid
23. May 2007 by ob | Kategorien: Publikationswesen
Krafty berichtet von der MLA-Jahrestagung, dass Ebsco seine Datenbank CINAHL nicht mehr an Ovid sublizenziert, weil LWW - die Schwester-Abteilung innerhalb von Wolters Kluwer - seine Volltext-Titel aus CINAHL abgezogen hat.
Tags: Cinahl, Ebsco, Lippincott, OvidRelated posts
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5 Responses to “CINAHL nicht mehr via Ovid”


Ich möchte doch die Gelegenheit nutzen und der Darstellung seitens Ebscco deutlich widersprechen. Nach monatelangen (jahrelangen) Gesprächen mußten wir feststellen, daß das Interesse offenbar vorallem daran besteht, absolute Exklusivität für die Datenbank zu erreichen. Um einen weiteren Fakt nochmals klarzustellen: Wir liefern die Daten bis inkl. 31.12.2008 (!). Deutlich vor Ende 2008 werden wir außerdem mit einer echten Alternative auf dem Markt sein.
Weiterhin möchte ich die Stellungnahme von Scott MacFarland, Vicepresident Publisher Relations anfügen.
Jens Gräßler, Wolters Kluwer Health, Ovid Tecchnologies
Scott Mac Farland´s answer can be found here….
https://www.blogger.com/comment.g?blogID=2504998346233486164&postID=4110556364697346693
Ich möchte hierzu gerne auch aus Norwegen zitieren, wo sich breiter Widerstand gegen die Entscheidung formiert, Cinahl Ende 2008 dann auch von Ovid zurückzuziehen. Die Gedanken gehen eindeutig in Richtung der Suche nach Alternativen zu Cinahl…
Ämne: [Medbibl] SMH protesterer mot monopolisering av Cinahl
EBSCO har kjøpt Cinahl, og fra 1. januar 2008 monopoliserer de tilgangen til basen slik at det kun blir mulig å kjøpe Cinahl i EBSCOs grensesnitt.
På årsmøtet 8. mars 2007 ble det bestemt at SMH skulle sende en protest til EBSCO. Styret fikk i oppdrag å lage et forslag til formulering, innhente råd fra ABMU og sende forslaget ut på Medbibl slik at medlemmene kunne kommentere forslaget. Alt dette ble gjort, og onsdag 2. mai ble vedlagte protestbrev overlevert til Tuomo Leppikangas, EBSCOs salgssjef for det skandinaviske markedet.
Teksten i brevet er som følger:
The Norwegian Library Association - Section for Medicine and Health (SMH) protests against EBSCO´s monopolizing of Cinahl. This places libraries in an unfortunate position, and many will look for a replacement for Cinahl in order to avoid being forced to choose a certain interface. At the moment there are no databases that can compete with Cinahl. As a result of this monopolizing, new competitors will in all probability develop alternatives to Cinahl.
As representatives of the Norwegian medical and health libraries, we would strongly encourage EBSCO to give their customers the possibility of buying CINAHL in the interface that they themselves prefer. In the long run, this solution would be beneficial for all the parties concerned.
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Hilde Strømme
Leder
Norsk bibliotekforening
Spesialgruppen for medisin og helsefag (SMH)
http://www.smh.no/
mailto:hilde.stromme@medisin.uio.no
Postadresse:
Ullevål universitetssykehus
Medisinsk bibliotek
0407 Oslo
tlf. 22 11 75 92
fax 22 11 98 50
Lieber Herr Gräßler, vielen Dank für das Statement und die Aussage von Hilde Strømme, die mir aus der Seele spricht.
Man muß ganz klar sagen, daß dies kein Einzelfall ist. EBSCO ist in gleicher Weise schon öfter unangenehm aufgefallen, zuletzt nach dem Kauf der Datenbank SportDiscus. Da wurde den Kunden (Mitte 2005) ebenfalls suggeriert, sie sollten doch besser gleich wechseln, obwohl auch zu dem Zeitpunkt OVID noch zwei Jahre die Vertriebsrechte hatte (und die letzten Lizenzen erst Mitte 2008 auslaufen werden), und es wurde versucht, am Konsortium und seiner Verhandlungsführerin (Frau Wiesner) vorbei direkt Einfluß auf die lizenzierenden Bibliotheken zu nehmen (durch Briefe an die Bibliotheksdirektoren). Das ganze geschah seitens EBSCO in einem ziemlich agressiven Ton, insbesondere als in den Verhandlungen um die Weiterführung des Vertrags Vergleiche zwischen EBSCO- und OVID-Angebot angestellt wurden. Uns ist das schon damals sehr unangenehm aufgefallen, der Schuss ging nach hinten los, das Konsortium hat sich damals prompt und einmütig dafür entschieden, den Vertrag mit OVID nochmals zwei Jahre zu verlängern, und es ist sogar ein Teilnehmer dazu gekommen, der vorher bei EBSCO war.
Im Frühjahr 2006 baute man dann die “Zuckerbrot- und Peitsche” Strategie weiter aus: ein Angebot, die betroffenen Datenbanken (SportDiscus wie CINAHL) schon mal kostenlos parallel bis 31.12.2006 auf der EBSCOHost-Plattform freischalten zu lassen, damit sich die Nutzer schon mal eingewöhnen können. All das, während OVID-Kunden in Wirklichkeit noch 2 Jahre und mehr auf der vertrauten Plattform bleiben konnten. Die Peitsche sah so aus, dass man klarstellte, dass alle Verbesserungen des Produkts, die in der nächsten Zeit geplant seien, natürlich nur EBSCO-Kunden zur Verfügung stünden …
Wir haben ja gar nichts gegen die EBSCO-Plattform - aber der Trend zur Monokultur ist sicher keine Entwicklung, die im Interesse der Bibliotheken ist, weder finanziell noch was die Möglichkeit zur Integration unter verschiedensten Plattformen und Interfaces bietet. Auch hier belebt Konkurrenz bekanntlich das Geschäft. Ich kann der Einschätzung meiner norwegischen Kollegen daher nur aus vollem Herzen zustimmen.
Als häufiger Nutzer von Ovid-Datenbanken würde für mich der Wechsel von CINAHL auf die EBSCO-Oberfläche ein erheblicher Mehraufwand bedeuten. Ich habe umfassende Suchstrategien in CINAHL bei Ovid gespeichert. Diese lassen sich wahrscheinlich nicht ohne weiteres auf die EBSCO-Oberfläche übertragen. Der Import in Procite wäre ebenfalls problematisch. Ich müsste Importformate mühsam anpassen (das liegt vielleicht an meiner Procite-Version. Habe da mit PsycINFO Probleme). Mit datenbankübergreifenden Textwortsuchen (nicht mit Controlled Terms) könnte ich bei Ovid CINAHL miteinschließen. Bei EBSCO müsste ich mich aufs Neue abmühen. Ärgerlich!