Wer versteht Bibliothekare? Nature!

Aus einem Anschreiben zur Bewerbung der hochpreisigen Clinical Practice Journals:

Dear Librarian,

I know, the last thing you probably want to hear about is a request to add new journals to your collection

Genaauuu! Endlich einer, der mich versteht! Aber sooo konservativ sind wir doch auch nicht, oder? Ab und an trauen wir uns schon, neue Titel zu bestellen, aber die müssen auch was für’s Geld bringen – Nature Clinical Practice war da bisher nicht so der Hit (modestly priced at up to 6.234 € per title). Liebe Nature-Leute: Wenn ihr das ändert, bestelle ich sofort die gesamte Kollektion! 🙂

6 comments for “Wer versteht Bibliothekare? Nature!

  1. bck
    22. Mai 2007 at 7:48

    Lieber Herr Dr. Obst,

    ich möchte doch darauf hinweisen, dass im Rahmen des GASCO Nature Konsortiums diese Titel via OVID sehr viel günstiger angeboten werden können. Sie können den Preis dafür annähernd durch 10 teilen. Wir freuen uns, wenn Sie gleich die gesamte Kollektion bestellen …

    Mit besten Grüßen,
    B.-C. Kämper, GASCO Nature & Science Konsortium

  2. B.-C.
    23. Mai 2007 at 12:02

    Der Fairness halber sollte noch hinzugefügt werden, dass Herr Obst mit seinen Angaben auch was die NPG-Listenpreise betrifft, nicht ganz up-to-date ist. Ein eigenes Blog mit Archiv ist ja schön und gut, aber gelegentlich sollte man auch zeitnah recherchieren und sich nicht auf Infos von Oktober 2004 (!) verlassen (wobei ich gerne konzediere, dass Preise für Zeitschriften i.a. steigen, aber nicht mal auf diese Binsenweisheit ist in diesen Zeiten noch Verlaß!). Der aktuelle offizielle Listenpreis für Sciences FTE zwischen 5000 und 10000 (Münster liegt am oberen Ende dieses Bereichs) ist lt. NPG Librarian Website 3748 EUR, genannt wurden uns für 2006(07) aber ein ca. 40% niedrigerer Preis (!), abzgl. unserer üblichen GASCO-Rabatte. Aber offenbar geht es auch noch niedriger (s.o.). An diesem schönen Beispiel kann man ermessen, wie hoch die Gewinnmargen bei der NPG sein dürften… Außerdem demonstriert es, daß die Preiselastizität doch erstaunlich hoch ist, wenn man die Einstiegspreise überreizt hat und der Markt nicht hergibt, was man sich von ihm erwartet hat. Das war in Deutschland ganz offenbar der Fall (vgl. Medinfo-Abstimmung vom 19.12.2004, „88% würden Nature Clinical Practice nicht abonnieren“ lautete das Ergebnis – am Ende war es dann eine einzige Bibliothek, die es getan hat – nur um schon nach einem Jahr wegen in Relation zum Preis nicht angemessener Nutzung (und das für Nature!) wieder auszusteigen. Das hat die NPG dann doch etwas zum Nachdenken gebracht … Ein weiterer Faktor dürfte sein, dass die NPG mit den NCP-Titeln keinesfalls konkurrenzlos dasteht – jedenfalls halte ich es für diskussionwürdig, ob Medizinbibliotheken mit der Fülle existierender Produkten aus der Kategorie der sekundären „evidence-based“ Journals und Datenbanken wie z.B. Faculty of 1000 Medicine (mit seinem Clinical Impact Label), mit Cochrane Library (EBMR), ACP Journal Club, Evidence-Based Medicine, Evidence-Based Nursing, Evidence-Based Mental Health, PIER, der TRIP database, InfoPOEMs, Journal Watch, DynaMed, Ressourcen wie ACP Medicine, MD Consult, AccessMedicine, BMJ Clinical Evidence, bmjupdates, Plattformen wie stat!Ref, UpToDate, MedScape Best Evidence, Initiativen wie McMaster PLUS, MORE (McMaster Online Rating of Evidence, oder auch Zeitschriften wie der Elsevier-Reihe Best practice & research: Clinical … oder der LWW-Reihe Evidence-Based … etc. nicht ebenso gut oder besser bedient sind. Aber das ist die Outsider-Perspektive eines interessierten Nicht-Mediziners, ich kann das nicht wirklich beurteilen …

  3. B.-C.
    23. Mai 2007 at 12:37

    … nicht zu vergessen die Current Opinion Reihe (Motto „Essential reviews bridging the gap between the literature and your daily practice), ebenfalls bei LWW erschienen …

  4. ob
    23. Mai 2007 at 10:43

    Danke, Herr Kämper für die wirklich informativen Anmerkungen. Da nur Preise für gedruckte bzw. persönliche Abos zeitnah auf den Webseiten von Nature zu finden sind, wird es einer Bibliothek nicht leicht gemacht, über die aktuellen Preise immer auf dem Laufenden zu sein. Aber schön zu hören, dass es abwärts geht! Wir haben uns natürlich auch die Kollektion via Ovid geleistet, wobei dieser Zugang immer etwas schwächer genutzt wird als die Originalseiten.

  5. bck
    23. Mai 2007 at 3:53

    Die andere Quelle für aktuelle und vor allem für die tatsächlich für deutsche Bibliotheken zu zahlenden Preise sind die Tabellen und mit Preisen versehenen selbstrechnenden Bestellformulare, die ich in jedem Jahr an die Bibliotheken verschicke, die Mitglied im GASCO-Konsortium sind (darunter auch an die ZB Medizin der Uni Münster). Für diesbezügliche Nachfragen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung. Die Preise gelten i.a. immer bis zum nächsten Renewal (zumindest bei Order bis etwa Mitte des Jahres) und werden ggf. anteilig nach Zahl der verbleibenden Monate im Jahr berechnet.

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