Abstimmung: Würden Sie an Feiertagen öffnen?

Angenommen, Sie hätten keine finanziellen oder personellen Limits, Ihre Bibliothek länger zu öffnen: Würden Sie die Bibliothek auch an den hohen christlichen Feiertagen Ostern/Weihnachten öffnen?

Anlaß: Wir hatten diesmal ausnahmsweise Karsamstag geöffnet und wollten (da uns ein Tag zu wenig/isoliert erschien) auch den Ostersonntag öffnen (fanden aber leider keine studentischen Hilfskräfte dafür). Dann machte mich ein Mitarbeiter drauf aufmerksam, dass dies der höchste kirchliche Feiertag sei. Nun gibt es natürlich auch viele Ausländer unter unseren Nutzern und etliche feiern vielleicht überhaupt nicht und: Wieso soll die Bibliothek den Benutzern nicht die Entscheidung überlassen anstatt quasi vorschreiben, wo sie zu sein haben?, und es gibt ja auch die 365-Tage-Bibliotheken, die gar nicht mehr zwischen Werk- und Feiertagen diskriminieren, aber trotzdem wollte ich der Sache mal per Abstimmung auf den Grund gehen (s. rechts). Von den Besuchern am Karsamstag (150) waren übrigens knapp 90% für eine Öffnung auch am Ostersonntag.

9 comments for “Abstimmung: Würden Sie an Feiertagen öffnen?

  1. 10. April 2007 at 2:34

    Warum nicht? Wenn es dann noch eine Kinderecke gibt mit Osterhasen und Weihnachtsmännern, hat man möglicherweise ein volles Haus. Aus der Familienecke ließe sich bestimmt etwas machen.

  2. 10. April 2007 at 4:39

    Bibliotheken müssen dann geöffnet sein, wenn die Menschen frei haben! Kirchliche Büchereien öffnen doch z.B. immer sonntags nach den Gottesdiensten/Messen: Wo ist also das Problem? Erst Kirche, dann Bibliothek! Wenn wir also an Geld und Personal keinen Mangel hätten, würde ich eine 7-Tage-Woche mit sonntäglicher Öffnung sofort umsetzen! Dann könnten auch die Mamas, die in den Bibliotheken arbeiten, ihre Kleinen bei den Papas lassen und sonntags in aller Ruhe zur Arbeit gehen.

  3. VF
    11. April 2007 at 10:25

    „Von den Besuchern am Karsamstag (150) waren übrigens knapp 90% für eine Öffnung auch am Ostersonntag.“ – Wie ist das denn eruiert worden?

  4. owl
    11. April 2007 at 3:05

    Ich schätze in diesem Punkt das Schielen auf andere Länder überhaupt nicht. Würde denn jemand erwarten, daß in den USA am 4. Juli Bibliotheken geöffnet sind? Wenn es sich bei uns um einen Feiertag handelt, dann ist das ein Feiertag für ALLE.

  5. Monika
    12. April 2007 at 12:20

    Wenn ich eine solche Frage hätte, würde ich mich bei denen erkundigen, die schon Erfahrung haben mit Sonntagsöffnung. Fragen Sie doch die Mitarbeiter der Bayerischen Staatsbibliothek München, aber nicht die Chefs, nach ihren Erfahrungen und nach der Clientel, die am Sonntag kommt! Das gibt bestimme noch andere Aspekte.
    Viele Grüße

  6. 13. April 2007 at 6:54

    Aber sicher! Ist in vielen Laendern auch schon ueblich!

  7. ob
    13. April 2007 at 12:53

    @ VF: Wir haben 20 befragt, davon waren 18 dafür, also 90%.
    @Claudia: > Erst Kirche, dann Bibliothek!
    Nehmen wir dann die Morgen- oder die Abendmesse als Vorgabe?

  8. Bruno Bauer
    15. April 2007 at 11:56

    JA, wenn ich bedenke, was unsere Ressourcen kosten, so sind Schließtage ökonomisch eigentlich nicht zu vertreten, zumal gerade an Sonn- und Feiertagen insbesonders auch Walk-In-User optimal Zeit finden würden, unsere Bibliotheken zu frequentieren.

    Nicht hilfreich ist es, die Frage der Sonn- und Feiertagsöffnung mit Argumenten der Religionszugehörigkeit bzw. Nationalität zu vermengen, weil die Diskussion damit sehr rasch ins Emotionale abgleitet.
    Für mich zählt, dass es viele Berufsgruppen gibt, die mit größter Selbstverständlichkeit auch an Sonn- und Feiertagen arbeiten, weil ihre Arbeitsleistung sehr gefragt ist – nicht zuletzt auch der Grossteil der von uns versorgten Ärzte.

    Meines Erachtens gibt es bei der aktuellen Beschäftigungssituation auch keinen Mangel an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (studentische Hilfskräfte oder fix Angestellte).
    Der einzige Grund, warum etwa unsere Bibliothek nicht 7 Tage die Woche (so etwa auch heute, am Sonntag, den 15. April 2007) geoeffnet hat, liegt darin, dass wir derzeit nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um studentische Hilfskräfte bzw. Überstunden für fix Angestelle bezahlen zu können.

    Womit ich wieder zu meinem Ausgangspunkt zurückkomme: Die Limitierung der Personalkosten (und damit die Verunmöglichkung der Erweiterung der Öffnungszeiten an Sonn – und Feiertagen) gilt es im Hinblick auf die enormen Ausgaben für Print- und Online-Literatur an unseren Bibliotheken zu überdenken. Diesbezügliche Studien bzw. ein Grundsatzpapier, etwa von BID, wäre für die notwendigen Veränderungen sehr hilfreich.

  9. ob
    16. April 2007 at 7:27

    Ja, die Analogie zur Industrie scheint auf der Hand zu liegen. Bei VW hat man auch die Sieben-Tage-Woche mit dem Argument eingeführt, man müsse die Maschinenlaufzeiten verlängern. Doch greift hier wirklich die 1:1 Analogie? Sind die einmal eingekauften und nun rund um die Uhr zur Verfügung stehenden Arbeitsplätze und die Inhalte das (Maschinen)Kapital, das geräuschlos Zinsen spendet?

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