Is it time to stop printing journals?

Diese Frage stellt Mark Leader / American Society for Cell Biology in liblicense:

ASCB is considering discontinuing the print version of its journal Molecular Biology of the Cell (MBC)

und enthüllt im weiteren einige interessante Details: We are also curious about whether librarians would be interested in a print-on-demand option for obtaining archival print copies if regular print subscriptions were discontinued. The impetus for discontinuing the print edition is a desire to reduce author charges, especially for color figures. The cost of producing the print edition greatly exceeds revenue from print subscriptions. Author charges (page charges and color charges) are the largest source of revenue for the journal.

T.Scott’s Antwort ist wie immer sehr lesenswert:

At my institution, we’re canceling as much print as we can anyway … We certainly don’t need to keep the print to satisfy our user base. Two years ago we stopped getting any print for our ScienceDirect titles. I did not get a single question, comment, or expression of concern from faculty or students. We’ve reached the point where librarians tend to worry a lot more about the print than the people who use our libraries do. (Fettdruck durch mich)

Genau die selbe Erfahrung haben wir auch in Münster gemacht.

ASCB steht übrigens nicht alleine, weitere Verlage experimentieren mit neuen Angebotsformen (und noch mehr werden kommen), die umsetzen, was bei uns schon längst Status Quo ist: Online führt, Print folgt. Elsevier bietet z.B. immediate electronic access but delayed print delivery für seine Zeitschrift Topology). Statt zweimonatlich wird man dann nur noch einmal jährlich einen Ausdruck der Hefte bekommen. Dafür kostet das Abo nur noch die Hälfte.

Also, liebe Bibliothekare: Wollt ihr warten, bis die Verlage euch die Entscheidung abnehmen, und es Print nicht mehr gibt oder wollt ihr eure eigenen Entscheidungen treffen?

6 comments for “Is it time to stop printing journals?

  1. kg
    29. März 2007 at 2:09

    Ich finde es erbärmlich (jaja, das muss einfach regelmässig sein), dass bei allen guten Gründen für Online-only derjenige Grund nicht einmal erwähnt wird, der für die Beibehaltung von Print-Ausgaben sprechen KÖNNTE: Die ungelöste Frage der Langzeitverfügung der E-Journals, wobei weniger die grundsätzliche Frage der Langzeitarchivierung im Vordergrund steht als vielmehr die lizenzrechtlichen Fragen: Was ist, wenn die Zs. abbestellt wird oder ihre Online-Ausgabe einstellen muss?

  2. ob
    29. März 2007 at 2:40

    Lieber Herr Graf, die von T.Scott angesprochenen Dienste LOCKSS, Portico und PubMed Central sollen genau diese Fragen lösen.

  3. kg
    29. März 2007 at 5:16

    Sollen lösen … Man bestellt einfach ab in der Hoffnung, dass wir bald geeignete Werkzeuge zur Verfügung haben, einen dauernden Zugang zu gewährleisten. Das erscheint mir angesichts der riesigen Zahl von Zeitschriften und der bisher mageren Leistungsbilanz der genannten Projekte doch grob fahrlässig.

  4. ob
    29. März 2007 at 7:29

    Das ist natürlich von Fachgebiet zu Fachgebiet unterschiedlich. In der Medizin haben wir es da gut: In PubMed Central sind zur Zeit 318 Zeitschriften archiviert, darunter 260 ohne delay (moving wall). Weit über 600 interdisz. Titel sind via LOCKSS archiviert. Alleine diese beiden Seiten kommen also auf knapp 1.000 Zeitschriften. Das sind doch schon ganz ermutigende Zahlen. Wenn man hört, dass Verleger jetzt auf die Printausgaben verzichten, bleibt uns gar nichts anderes übrig, als diesen Anbietern eine Chance zu geben – d.h. sie auf Herz und Nieren zu prüfen.

    Sie haben aber sicherlich Recht, wenn Sie jetzt sagen, dass von diesen beiden Projekten das Problem der Langzeitverfügbarkeit (Emulation oder Migration) noch nicht gelöst ist. Hier kommen Portico und CLOCKSS ins Spiel.

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