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Blackwell’s automatische Blockierung von IP-Adressen

19. May 2006 by ob | Kategorien: Refs

Automatisierte Artikeldownloads! Als Bibliothek ist man hier immer in einer mißlichen Lage, denn a) muß man den Verlag beruhigen, b) den Verursacher aufspüren und ermahnen und c) die IT-Abteilung einschalten. Von den meisten Verlagen hört man nie etwas, entweder haben die keine Mißbrauchsfälle oder sie freuen sich für ihre Statistik. Nur ab und an (so alle 5 Jahre) bekommen wir Post á la Annual Reviews, die sich schnell zuordnen und aufklären läßt.

Eine langsam unrühmlich werdende Ausnahme bildet jedoch Blackwell Publishing. Blackwell benutzt ein automatisches System, Fälle von exzessiven Artikelbenutzungen aufzuspüren und die entsprechenden IP-Adressen zu sperren. Dieses - laut unserer IT übersensibel eingestellte - System führte öfters zu Falschanschuldigungen bzw. Falschsperrungen, wie jetzt mal wieder von einer Schweizer Bibliothek nachgewiesen werden konnte. Bereits vor zwei Jahren traf es mehrere Personen in unserer Universität, darunter eine Bibliothekarin. Insgesamt ergibt sich meist folgendes Bild: Entweder war gar keine Spidersoftware auf dem betreffenden Rechner installiert, der Rechner gar inaktiv zur fraglichen Zeit oder die Person absolut glaubwürdig. Damals antwortete ich:

Der Verdacht eines automatisierten Massendownloads konnte nicht bestätigt werden. Haben Sie weitere (dann bitte aber auch sehr viel konkretere) Informationen für uns, die eine weitere Untersuchung rechtfertigen würden? Ansonsten müssten wir nach unseren Ergebnissen davon ausgehen, dass Ihre Alarmanlage übersensibel auf ganz normales Nutzerverhalten reagiert hat, und würden Sie unsererseits bitten, einerseits die gesperrte IP-Adresse wieder freizugeben und andererseits einmal gründlich zu überprüfen, ob sich Ihre Alarmanlage nicht etwas sinnvoller einstellen lässt. Bedenken Sie bitte: Aufgrund Ihres Hinweises haben wir eine Untersuchung durchgeführt, die hochqualifizierte Mitarbeiter etliche Stunden beschäftigte und der Universität damit einen vierstelligen Euro-Betrag gekostet hat.

Die Schweizer Bibliothek antwortete nun ähnlich:

Again we ask you kindly to check your system very soon. If you are not able to do this, please stop the blocking procedure immediately and don’t send us these annoying e-mails any longer.

Pikanterie am Rande: Laut Aussage von Blackwell sollen diese gehäuften Mißbrauchsfälle nur in Deutschland auftreten …

Tags: Lizenzen, Referenzen

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Nutzung: 634 Aufrufe

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One Response to “Blackwell’s automatische Blockierung von IP-Adressen”

  1. on 15 Jun 2006 at 12:091ob

    Hier stand (mindestens) ein Kommentar eines belgischen (US-amerikanischen ?) Bibliothekars, der leider dem Blog-Crash zum Opfer gefallen sind, mit dem Tenor: “In unserem Land sieht es genauso aus”.

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