Berufsprestige von Ärzten und Bibliothekaren

Berufsgruppen nach Allensbach

Obwohl das Ansehen der Ärzte in der Bevölkerung kontinuierlich sinkt, wie das Umfrageinstitut IFD Allensbach noch 2003 festgestellt hat, liegt das Berufsprestige (derjenige Prozentsatz der Bevölkerung, der Achtung vor dem betreffenden Beruf hat) des Arztes nicht nur meilenweit über dem des Bibliothekars (= Buchhändler), sondern: Vor keinem Beruf hat man soviel Achtung wie vor dem Arzt, vor keinem Beruf hat man so wenig Achtung wie vor dem Buchhändler (= Bibliothekar). Ok, ich kenne die Einwände, die jetzt kommen (einen Arzt braucht man – einen Bibliothekar nicht, Umfragen sind keine Wahrheit, was kennt der Mann auf der Straße unsere Arbeit, usw), aber eine Frage stellt sich mir doch:

Was bedeutet das für uns, dass wir im Vergleich zu unseren Kunden genau am anderen Ende der Skala stehen?

Schönen Tag noch. 🙂

8 comments for “Berufsprestige von Ärzten und Bibliothekaren

  1. duda
    29. März 2006 at 12:59

    wir jammern zuviel. ärzte machen das nicht…

  2. 29. März 2006 at 3:07

    Im AGMB-Aktuell, Heft Nr. 8 vom September 2000 steht auf Seite 16 etwas zum Berufsbild von Bibliothekaren: „Why you should fall to your knees and worship a librarian“ – mit Styling-Tipps für Bibliothekarinnen…

  3. barb
    29. März 2006 at 3:38

    Ich gehöre zu einer Studentengeneration der HdM, die – wg. einer obskuren SPO – damals als erster und einziger Jahrgang zwischen dem „Bachlor of Arts / Studiengang Medien- und Kommunikationsmanagement“ und dem „Diplom-Bibliothekar(in)“ wählen konnte. Ich war die einzige die letzteres tat und das auch nur aus Berechnung (öffentlicher Dienst – da war doch was mit Einstufung) – alle anderen wählten den ’schickeren‘ Titel. Wenn ich heute mit meinen damaligen Kommilitonen abends losziehe und wir kommen mit ’normalen Menschen‘ ins Gespräch & erzählen welchen Abschluss wir haben, werde ich gefragt, warum man sowas denn studiert, ob das nicht langweilig sei etc. etc. Habe ich bisher nicht einmal bei meinen Freunden gehört. They do judge a book by the cover. Also – wenn ihr etwas ändern wollt müsst ihr das Cover ändern -die Menschen werden sich nicht ändern! Wir jammern wedr zuviel noch verwenden wir zu wenig Schminke. Und wen es nicht stört; der bleibt dabei.

  4. ob
    29. März 2006 at 4:50

    Ich vermute ja, dass das Berufsprestige von Medizinbibliothekaren doch deutlich höher ist – müßte logischerweise in der Mitte zwischen Arzt und Buchhändler liegen. 😉

  5. ob
    30. März 2006 at 3:54

    Liebe Frau Motschall, um nicht als Macho zu gelten, hatte ich die Tipps von Frau Maria Kuric zur Erhöhung des Berufsprestiges der Bibliothekarinnen nicht erwähnt, aber – nun gut – hier sind sie:

    Kolleginnen,
    laßt uns in die Miniröcke (zumindest aber in bis zum Knie geschlitzte lange Röcke) springen, laßt uns in die Schminktöpfe greifen, unseren Haarknoten abschneiden, Kontaktlinsen tragen und die Gesundheitslatschen wegwerfen. Laßt uns mit modischem Schmuck klimpern und auf hochhackigen Pömps durch die Buchregale und Lesesäle stöckeln …. Wir haben doch noch mehr vorzuzeigen als unsere hochkarätige Intelligenz?

  6. 30. März 2006 at 5:17

    Vor fast einem Jahr wurde hier schon mal über Image-Pflege diskutiert. Macho-freie Zitate (Auszüge):

    „…- auf keinen Fall in Verbindung gebracht werden mit “jenen sanften, leisen, freundlichen Wesen mit dem Hauch von Bücherstaub auf dem Rouge”…“ (Boeckh)

    „…Ich stell’ mir das so ähnlich vor wie an der Frankfurter Börse: Bibliothekarinnen in gestärktem Business-Outfit rennen durch die Gegend, fuchteln hektisch mit den Händen, signalisieren ohne Punkt und Komma in Zeichensprache während sie gleichzeitig einen Kunden am Handy beruhigen…“ (Obst)

    „…Wer nicht beim “Oh weh!” stehen bleiben, sondern “die Aufgaben und das Leistungsvermögen von (wissenschaftlichen Bibliotheken)” in den Mittelpunkt der Diskussion ruecken will,…“ (Bauer)

  7. Isa
    31. März 2006 at 11:58

    Nun, die Fragestellung war ja ‚Vor welchem dieser Berufe haben Sie *am meisten* Achtung‘, und man sollte fünf auswählen. Das heisst im Umkehrschluss nicht, dass die Leute überhaupt keine Achtung haben vor dem Beruf des Bibliothekars … im Gegenteil, ich finde es erstaunlich dass er überhaupt auf der Auswahlliste auftaucht.

  8. rt
    31. März 2006 at 2:42

    Also, ich hätte da mal ein paar Einwände:
    1) Wiso und weshalb wird Buchhändler = Bibliothekar gesetzt?
    Wo wurde bitte festgestellt, dass die Befragten das gleichsetzen?
    2) Wenn ich lese, dass für den „Grundschullehrer“ 27 % angegeben werden, aber für den „Studienrat“ 14% frage ich mich schon, WAS diese Zahlen den aussagen. Möglicherweise können halt mehr Leute sich etwas unter „Grundschullehrer“ vorstellen…Es wäre interessant, wenn z.B diese Frage lauten würde:Lehrer an einer Grundschule, Lehrer an einer Realschule, etc…
    (Ps.: ich bin kein Studienrat ;-))
    3) Welche Auswirkungen hätte es, wenn man die Liste mal mit:
    Landwirt, Bauer, Arbeiter, Angestellter, Lobbyist, Richter, Polizist, oder „Notarzt in einem Rettungshubschrauber“ ergänzen würde?

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