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2015 - Implications for German Libraries

21. March 2005 by ob | Kategorien: Bibliotheken, Google, Zukunft

Der “2015 - The Future of Medical Libraries“-Artikel in NEJM (verschärfte Pflichtlektüre!, gebloggt am 17.3.) thematisiert die Frage “What will happen to medical libraries in the post-Google world?” in einem ruhigen, ja fast schon langweiligem Understatement, denn: “Everything we envision exists in some form today.” Es werden keine Sensationsszenarios entworfen á la “Die Bibliothek wird es nicht mehr geben” oder “Eine neuronale Bibliotheksschnittstelle verbindet jedes Forscherhirn mit PubMed”, aber wichtige Pflöcke eingeschlagen: “The “library as place” is still highly valued and heavily used. Users flock to library buildings and spaces that are attractive, centrally located, technologically current, and arranged to meet the needs of groups as well as of solitary users. [...] With no printed Index Medicus and fewer physical volumes, there is more space for people. [hier wird Does the Building Still Matter? zitiert] Und zu Open Access? : Greater reliance on electronic-publication standards and a mix of payment and publication models keep annual price increases relatively low. Drei Fragen stellen sich mir nach der Lektüre:

  1. Trifft das Szenario zu?

  2. Ist es übertragbar auf deutsche Bibliotheken?
  3. Von welchem Nutzen ist dieser Artikel für Medizinbibliotheken?

Zu 1: Sicherlich wird es - je nach Aussage - einen gewissen Prozentsatz an Bibliotheken geben, für die das Szenario in 2015 Realität ist (siehe Punkt 2 für Details). Das entworfene Bild ist aber unspektakulär und entspricht eher einem Service Level Agreement so nach dem Motto: “Wenn die Unterhaltsträger mitziehen, dann können wir dies alles und noch mehr anbieten.”
Zu 2: Jein. Extracting pertinent information, instant connection to related knowledge (for patients too), to adapt information services to new realities, to provide essential user training and support, preservation of unique electronic content sind grundlegende und (in Verbindung mit Mutterorganisationen wie Unibibliotheken) machbare Aufgaben. Auch EBM courses, clinical librarian, bioinformatics database specialist mag ja der ein oder andere noch machen, aber: Community outreach, health literacy, writing grant proposals? Und was patient health records angeht, bin ich höchst skeptisch. Auch manage this complexity [gemeint ist Information Infrastructure & Technology] on behalf of the institution, to make decisions about inevitable and substantial expenditures wird wohl keiner hierzulande gerade bei Medizinbibliotheken ansiedeln wollen. Aber die beiden Kernfragen sind letztendlich: Was trauen unsere Unterhaltsträger uns zu? Und: Was trauen wir selber uns zu? Wenn Medizinbibliotheken nur als Bücher- und Zeitschriftenanbieter sichtbar sind, hat dies natürlich Auswirkungen auf die Stellung in der Fakultät. Und umgekehrt: Wenn die Stellung (z.B. Finanzen) schlecht ist, kann man keine großen Sprünge machen.
Zu 3: Unabhängig von obigem ist der Artikel ein Geschenk des Himmels: Kopieren und mit einem 10-Jahresplan dem Unterhaltsträger vorlegen! Da er das NEJM-Gütesiegel besitzt und die Leistungs- mit der Unterstützungsaussage verknüpft (s.u.), ist er ideal für’s Lobbying geeignet.

… today’s medical libraries have unprecedented opportunities to contribute to better quality and efficiency in health care, education, and research. Those who support and lead medical libraries should seize these opportunities. The future is in their hands.

Tags: Bibliothek, Google, Zukunft

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