3 comments for “Schönes Neues Jahr?

  1. ob
    20. Dezember 2004 at 4:54

    In unserer Fakultät kam natürlich prompt der Einwand: Ja, aber wenn wir Open Access machen, dann bekommen wir weniger Impakt Punkte und damit auch weniger Geld vom Land!

    Daraufhin schrieb ich dieses:

    Sie sprachen die Gefahr an, in NRW Boden gegenüber den anderen
    Medizinischen Fakultäten zu verlieren. Dies ist sicherlich ein so
    wichtiger und zentraler Punkt, dass man genau hinschauen und adäquat
    reagieren sollte, wenn sich das gegenwärtige Zeitschriftensystem in
    einer Sackgasse befindet. Ohne Zeitschriften keine Publikationen.

    Es wird immer offenkundiger, dass sich durch die festgefahrenen
    Strukturen im Publikations- (und Evaluations-)wesen Zeitschriften so
    immens verteuert haben, dass sie nicht mehr bezahlt werden können und
    die Nichtverfügbarkeit Wissenschaft und Krankenversorgung ernstlich
    behindert. Nun gibt es aus meiner Sicht drei Moeglichkeiten zu
    reagieren:

    1. Business as usual
    – der Bibliotheksetat sinkt real von Jahr zu Jahr: So liegt der Etat unserer Medizinbibliothek momentan bei 40% im Vergleich zu 1999
    – da immer weniger Zeitschriften verfügbar sind, sinkt die Qualität
    von Forschung und Lehre
    – Wissenschaftler helfen sich untereinander mit Reprints (Aufwand zu
    groß, fehlende Zuverlässigkeit, Zeitproblem, Studenten gehen leer
    aus, etc..)
    – subito-Lieferungen (schlechte Qualität, Aufwand, Zeitproblem)
    könnten demnächst wegfallen, da Verlage und Urheberrecht auch hier
    stark entgegenwirken. Als Resultat wuerden Sie wieder nach 2,3 Wochen
    Fernleihlieferungen per Post bekommen – wenn überhaupt.

    2. Das Budget der Medizinbibliothek wird angemessen erhöht
    – sicher notwendig, eine 100%ige Anpassung an Erhöhung der
    Zeitschriftenpreise birgt jedoch die Gefahr des „Schwarzen Lochs“

    3. Es wird preiswerter bzw. kostenfrei publiziert
    – grosse Vorteile bei Informationsversorgung, auch für Öffentlichkeit
    – da Verlage dies aus naheliegenden Gründen nicht tun werden, sind
    die Autoren selber gefragt. Bibliotheken helfen dabei mit
    Publikationsarchiven wie MIAMI und generellem Support.

  2. 20. Dezember 2004 at 6:40

    Schade, dass man bei der Wunschliste nur einen Punkt auswählen kann. Vielleicht bin ich zu unbescheiden. Ich habe einen Wunsch, der oben nicht draufsteht: weiterhin so gut über das spannende Geschehen auf dem Laufenden gehalten zu werden – danke!

  3. ob
    3. Januar 2005 at 3:55

    DEN Wunsch will ich gerne erfüllen, sofern es meine Arbeitskraft zuläßt 🙂

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