Norwegen und Elsevier einigen sich

Das Erklären der gescheiterten Verhandlung im März schien wohl nur der Auftakt für eine neue Verhandlungsrunde zu sein.

Am 23.4.2019 haben Elsevier und das norwegische Konsortium UNIT den Abschluß eines Lizenzvertrages mit einer Laufzeit von 2 Jahren verkündet. In dem neuen Vertrag ist auch die geforderte „Open Access“ Komponente enthalten. Künftig sollen alle bei Elsevier publizierten norwegischen Wissenschaftsbeiträge weltweit frei zugänglich sein.

Mit dem neuen Lizenzvertrag haben sich sieben Universitäten und 39 Forschungseinrichtungen in ganz Norwegen den Zugang zu den Wissenschaftspublikationen des Elsevierverlages gesichert.

Pressemitteilung UNIT „Direktoratet for IKT, 23.4.2019

Buchreport vom 23.4.2019

Ob die Einigung auf eine „Open Access“ Komponente in den neuen Lizenzverträgen auch einen neuen Weg in ein finanzierbares Publikationsmodell weist, wird die Zukunft zeigen müssen. Es bleibt dabei, dass die großen Wissenschaftsverlage auch weiterhin die wirtschaftlichen Nutznießer im wissenschaftlichen Erkenntnisprozeß sind – und das ohne sich maßgeblich an der Finanzierung der Forschungsleistung zu beteiligen.

Kein Trend zu externen Repetitorien im Medizinstudium

Eine Umfrage des „Deut­schen Ärzteblattes (DÄ)“ zum Thema externe Repetitorien im Medizinstudium hat ergeben, dass lediglich 4 Universitäten, an denen ein Medizinstudium möglich ist, auf die Hilfe externer Anbieter zur Prüfungsvorbereitung zurückgreifen. Insgesamt 29 Hochschulen vertrauen auf ihre eigene Ausbildung zur Prüfungsvorbereitung, damit die Studierenden die Examina bestehen.

Beitrag in „aerzteblatt.de“ vom 8.4.2019

DFG-Förderung für Living-Lab-Projekt – GESIS

TH Köln und ZB MED entwickeln gemeinsame virtuelle Infrastruktur für die Evaluierung von Informationssystemen

Ulrike Ostrzinski, ZB MED

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert im Rahmenprogramm „e-Research Technologien“ den Aufbau von Informationssystemen für die Forschung. Die drei Kölner Forschungsinstitute GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, das Institut für Informationsmanagement der TH Köln und ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften haben sich erfolgreich um eine Förderung beworben. Für das Projekt STELLA – InfraSTructurEs for Living LAbs erhalten die Partner über einen Zeitraum von drei Jahren insgesamt Drittmittel in Höhe von rund 870.000 Euro.

Für die Qualitätssicherung und Weiterentwicklung von Suchportalen und Empfehlungsdiensten, sogenannten Recommender-Systemen, sind regelmäßige Evaluierungen erforderlich. Meist finden diese Evaluierungen unter strengen Laborbedingungen mit einer kleinen Stichprobe fester Testdatenkollektionen statt. Im Projekt STELLA werden die Forschenden eine Infrastruktur entwickeln, die es erlaubt, in einer realen Umgebung, also einem laufenden System, die Interaktionen von echten Nutzern in großem Umfang zu evaluieren. „Studien haben ergeben, dass die Bedürfnisse der User besser erfüllt werden können, wenn die Anwendungen direkt online evaluiert werden. Dafür fehlt aber bisher im akademischen Bereich die geeignete Infrastruktur“, erläutert Dr. Johann Schaible, Projektleiter bei GESIS.

ZB MED-Projektleiter Bernd Müller erklärt das Vorhaben: „Mit STELLA entwickeln wir eine virtuelle e-Research-Umgebung, ein sogenanntes Living Lab. Forschende können darin Studien mit echten Benutzern in realen Umgebungen aufsetzen.“ Der wissenschaftliche Gesamtleiter des Projekts, Prof. Dr. Philipp Schaer vom Institut für Informationsmanagement der TH Köln ergänzt: „STELLA verbindet die Vorteile einer Evaluation im Live-System mit denen einer reinen Laborumgebung. Wir bauen eine Brücke zwischen durchstrukturierter Laborevaluation und freier, dadurch weniger plan- und steuerbarer Online-Evaluation.“

Im Projektverlauf bauen die Forschenden zunächst eine Evaluierungsinfrastruktur in Form einer quelloffenen API als Schnittstelle auf – als Open Source Software nachnutzbar und offen für die Weiterentwicklung. Im nächsten Schritt folgt die Praxisanwendung auf zwei Testsystemen: LIVIVO, dem ZB MED-Suchportal für die Lebenswissenschaften, und der GESIS-Suche. Innerhalb des Projektes öffnen die Partner dann die STELLA-Infrastruktur der akademischen Forschung. Die Expertinnen und Experten für Information Retrieval und Recommender-Systeme werden eine sogenannte Living-Labs-Evaluationskampagne durchführen, um die Suchmaschinen LIVIVO und GESIS-Suche unter wissenschaftlichen Aspekten methodisch und technisch zu verbessern. Im Echtbetrieb begutachten sie die Algorithmen und Nutzerinteraktionen in den Suchsystemen mit Hilfe der neuen Infrastruktur von STELLA.